Opec-Staaten einigen sich auf Fördergrenze - Ölpreis steigt

(Ausführliche Fassung)
28.09.2016 22:52

ALGIER/NEW YORK (awp international) - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hat sich nach langem Ringen auf eine Obergrenze bei der Ölförderung geeinigt. Bei einem informellen Treffen in der algerischen Hauptstadt Algier habe das Kartell eine Beschränkung des täglichen Produktionsvolumens auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel (je 159 Liter) ausgehandelt, wie der iranische Ölminister Bijan Namdar Zanganeh am Rande der Gespräche sagte. Das ist die erste Einigung auf einen solchen Schritt seit acht Jahren und eine Absenkung der Produktion um fast 750 000 Barrel täglich gegenüber August diesen Jahres.

Die Ölpreise zogen daraufhin an. Am Terminmarkt legte das Barrel der Nordseesorte Brent zur Lieferung im November um 5,74 Prozent auf 48,61 US-Dollar zu. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 5,10 Prozent auf 46,95 Dollar.

Algeriens Energieminister Noureddine Boutarfa hatte vor dem Treffen deutlich gemacht, dass ein Preis von im Schnitt unter 50 US-Dollar pro Barrel Öl (159 Liter) nicht tragbar sei und den Markt und die Versorgungssicherheit mittel- und langfristig gefährde.

Offiziell äusserte sich die Organisation bislang nicht zu der möglichen Einigung. Das Treffen war informell und fand im Rahmen einer Energie-Konferenz in Algier statt. Die nächste reguläre Sitzung der Opec ist für Ende November in Wien geplant.

Seit Mitte 2014 sind die Ölpreise auf dem Rohstoff-Weltmarkt in einem langjährigen Tief. Zwischenzeitlich erholten sie sich zwar etwas. Insgesamt machten die geringen Notierungen, von denen Verbraucher bei Benzin oder Heizöl profitieren, etlichen Förderländern und Förderunternehmen aber weiter stark zu schaffen. Eine Begrenzung der geförderten Menge soll das Angebot verknappen und die Preise erhöhen.

Vor allem Unstimmigkeiten zwischen den grossen ölproduzierenden Ländern Saudi-Arabien und Iran hatten bisher einer Einigung auf eine Begrenzung der Fördermengen im Wege gestanden. Nicht-Opec-Mitglied Russland, ebenfalls wichtiger Ölproduzent auf dem Markt, zeigte sich bereit zu Gesprächen mit den Opec-Staaten. "Sollte es ein Angebot geben zu einem Treffen zwischen Mitgliedern und Nichtmitgliedern, nehmen wir es an", sagte Russlands Energieminister Alexander Nowak der Agentur Interfax zufolge.

Die Mitgliedstaaten der Opec liefern weltweit etwa ein Drittel des Rohöls und besitzen rund drei Viertel der bekannten Reserven./sus/DP/mis

(AWP)