Opel-Verkauf könnte grundsätzlich besiegelt werden

Der Autokonzern PSA könnte seinen Marken Peugeot, Citroën und DS eine weitere hinzufügen: Die Franzosen wollen den traditionsreichen Hersteller Opel übernehmen. Am heutigen Montag könnte der Deal mit dem Opel-Mutterkonzern General Motors (GM) grundsätzlich besiegelt werden. Beide Seiten haben eine Pressekonferenz für Montagvormittag in Paris angekündigt. PSA und GM könnten ein sogenanntes Memorandum of Understanding unterzeichnen, eine Absichtserklärung über einen Verkauf von Opel an den französischen Konzern. Bevor das Geschäft dann endgültig über die Bühne geht, müssten noch Details geklärt werden.
06.03.2017 06:27

Nach einem Bericht der französischen Wirtschaftszeitung "Les Echos" soll der Kaufpreis für Opel zwischen 1,6 und 1,8 Milliarden Euro liegen. Ziel sei es, den Deal bis Ende des Jahres abzuschliessen. Zwei zentrale Fragen seien in den Verhandlungen bereits gelöst worden: Milliardenschwere Pensionsverpflichtungen verbleiben dem Bericht zufolge zu grossen Teilen bei GM. Auch bei Modell-Lizenzen habe es eine Einigung gegeben. So dürfe PSA das Elektroauto Opel Ampera, das technologisch auf dem Chevrolet Bolt von GM basiert, weiterhin verkaufen. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür bislang nicht.

Mitte Februar hatten die Konzerne Gespräche über einen möglichen Verkauf des GM-Europageschäfts mit den Töchtern Opel und Vauxhall bestätigt. PSA-Chef Carlos Tavares hatte zugesagt, Opel als deutsches Unternehmen zu erhalten. Er hatte aber zugleich angekündigt, Opel müsse sich im Fall einer Übernahme durch PSA weitgehend aus eigener Kraft sanieren. Opel schreibt seit Jahren rote Zahlen.

Im Falle einer Opel-Übernahme durch PSA wird mittelfristig ein Jobabbau befürchtet. Die rund 19 000 deutschen Opel-Beschäftigten sind noch bis Ende 2018 vor betriebsbedingten Kündigungen geschützt. Zudem hat sich die Noch-Mutter General Motors bis ins Jahr 2020 tarifvertraglich zu Investitionen und Produktion in den drei deutschen Opel-Werken Rüsselsheim, Kaiserslautern und Eisenach verpflichtet.

Auch am Opel-Stammsitz Rüsselsheim erhoffen sich die Beschäftigten an diesem Montag Klarheit über den geplanten Verkauf. Weil es am Freitag zunächst keine Neuigkeiten zu den Verhandlungen gab, wurde eine Betriebsversammlung kurzfristig auf den Montag vertagt./jap/DP/stk

(AWP)