Orascom DH bleibt nach neun Monaten tief in den roten Zahlen

(Zusammenfassung mit Schlusskurs der Aktie)
15.11.2016 18:36

Altdorf/Kairo (awp) - Für den Immobilienentwickler Orascom Development gestaltet sich das Geschäftsjahr 2016 bislang äusserst anspruchsvoll. Der Umsatz ging in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum deutlich zurück und unter dem Strich resultierten tiefrote Zahlen. Begründet wird dies mit geringeren Landverkäufen sowie den anhaltenden politischen und ökonomischen Unsicherheiten in Ägypten. Ausserdem fielen hohe Währungsverluste an. Gut entwickelten sich dagegen die Hotels in der Golfregion.

Der Umsatz ging in den ersten neun Monaten um knapp ein Drittel auf 170 Mio CHF zurück. Unter dem Strich resultierte ein Reinverlust nach Minderheiten von 61 Mio CHF, nach einem Überschuss von 4,0 Mio im Vorjahr. Auf das Ergebnis drückten dabei unter anderem Währungsverluste in Höhe von 13 Mio CHF.

Die Resultate würden die anhaltend schwierige Situation im ägyptischen Tourismus widerspiegeln, kommentierte CEO Khaled Bichara an der Telefonkonferenz die Ergebnisse. Immerhin habe Orascom diesbezüglich im Branchenvergleich gut abgeschnitten und auch der operative Gewinn EBITDA auf bereinigter Basis liege nach neun Monaten mit 14 Mio CHF weiterhin im positiven Bereich. Ausserdem hätten sich die Margen im dritten Quartal etwas verbessert.

WEITERHIN SCHWIERIGE SITUATION IN ÄGYPTEN

Im Hotelsegment gingen die Umsätze um 7% auf knapp 86 Mio CHF zurück und der bereinigte EBITDA verringerte sich um 2 Mio auf 12 Mio CHF. Solange es für Ägypten Reisewarnungen aus verschiedenen Ländern gibt, werde sich die Situation kaum deutlich verbessern, so Bichara. Innerhalb von Ägypten habe sich die Destination El Gouna mit einer Auslastungsquote von 55% nach 66% im Vorjahr vergleichsweise gut gehalten.

Weit besser entwickelten sich dagegen die Hotels in der Golfregion. In Oman stiegen die Umsätze um 56% auf knapp 15 Mio CHF, bei einer um 17 Prozentpunkte höheren Auslastung von 61%. In den Vereinigten Arabischen Emiraten erhöhte sich der Umsatz um 11% auf 19 Mio CHF, bei einer Auslastung von 78% nach 67% im Vorjahr.

Der Umsatz im Segment Immobilien lag nach neun Monaten mit 44 Mio CHF um 20% unter dem Vorjahr. Die abgegrenzten Umsätze, die bis 2018 buchhalterisch anerkannt werden sollen, seien dagegen auf 156 Mio von 144 Mio CHF angestiegen. Dabei seien insbesondere in El Gouna und im Projekt in Montenegro erfreuliche Verbesserungen erzielt worden, sagte der Orascom-CEO.

Das Ergebnis des laufenden Jahres ist mit dem Vorjahr nur bedingt vergleichbar. 2015 hatten Landverkäufe noch 64,1 Mio CHF zum Umsatz beigetragen. Als Folge eines "strategischen Entscheids" zur Reduktion der Landverkäufe betrugen diese im laufenden Jahr nur noch 2,7 Mio CHF.

AKTIE TAUCHT AUF REKORDTIEF

Die Umwandlung der aktuellen Segmentstruktur zu einer destinationsbasierten Struktur werde in den kommenden Monaten abgeschlossen, hiess es. Zudem habe das Unternehmen durch die Anfang November finalisierte Vereinbarung mit dem Bankensyndikat die Bilanz des Unternehmens stärken können und eine höhere Flexibilität für seine Projekte erlangt.

Der kürzlich gefasste Entscheid der ägyptischen Zentralbank, das ägyptische Pfund frei zu geben und die Zinsen für lokale Einlagen um rund 3,0% zu erhöhen, werde sich aber auf den Wert der Guthaben und Verbindlichkeiten des Unternehmens auswirken und auch die Erfolgsrechnung tangieren. Der konkrete Einfluss werde derzeit evaluiert, dieser sei aber nicht "cash-wirksam", so Finanzchef Ashraf Nessim.

An der Börse wurden die Neuigkeiten wenig erfreut aufgenommen. Die Orascom-Aktie fiel in einem leicht freundlichen Gesamtmarkt um 5,9% auf 5,60 CHF und damit auf den tiefsten Stand seit der Kotierung im Jahr 2008. Seit Anfang Jahr hat sich der Aktienkurs fast halbiert.

an/cp

(AWP)