Orior mit akquisitionsbedingtem Wachstum und höherem Gewinn im Halbjahr

(Erweiterte Fassung, ergänzt vor allem mit Bereichen) - Der Nahrungsmittel-Hersteller Orior hat im ersten Semester des laufenden Geschäftsjahres 2017 dank einer Akquisition im Raum Benelux mehr umgesetzt und dabei deutlich mehr verdient. In der Schweiz läuft das Geschäft hingegen harzig. Für den weiteren Verlauf des Jahres gibt sich das Unternehmen aber optimistisch und erwartet "dank erfolgversprechenden Initiativen ein gutes zweites Halbjahr".
22.08.2017 08:10

Der Umsatz stieg um gut 17% auf 281,3 Mio CHF, wobei das Plus massgeblich auf die Akquisition der belgischen Culinor Food per Ende August 2016 und die entsprechende Vollkonsolidierung zurückzuführen ist, wie es in einer Mitteilung vom Dienstag heisst. Der EBITDA legte derweil um 22% auf 27,7 Mio CHF und verzeichnete damit eine Margenverbesserung von 37 Basispunkten auf 9,9%. Und beim Reingewinn ergab sich ein Plus von 22% auf 14,8 Mio mit einer Marge von 5,3% (VJ 5,1%). Die Gewinnzahlen liegen über den Erwartungen des Marktes.

SCHRITT INS AUSLAND GELUNGEN

Eine Vielzahl von Initiativen und Massnahmen habe zu positiven Impulsen entlang der Wertschöpfungskette geführt, heisst es. Zudem erweise sich der "strategisch wichtige Schritt ins Ausland als gelungen". Das Umfeld in der Schweiz bleibe derweil "herausfordernd": Aktionsverschiebungen sowie Konsolidierungen im Markt würden die Umsätze belasten, heisst es. Orior International wachse dank Culinor, welche eine Entwicklung über den Erwartungen verzeichnet habe.

Insgesamt musste Orior in der Schweiz einen (organischen) Umsatzrückgang von 3,8% hinnehmen. Dank den eingeleiteten Massnahmen im Rahmen der Strategie 2020 sei es trotz des rauen Umfeldes gelungen, die Rentabilität zu verbessern.

Das Segment Convenience habe die Erwartungen "nicht vollumfänglich erfüllt", heisst es. Die Hauptgründe dafür seien der anhaltend harte Wettbewerb und kundenseitiges Insourcing im Detailhandel. In der Folge ergab sich ein Umsatzrückgang von 5,8% auf 89,9 Mio CHF. Anpassungen der Strukturen und Prozesse sowie Veränderungen im Produktemix, aber auch Einsparungen hätten sich positiv auf die Rentabilität ausgewirkt: Die EBITDA-Marge stieg um 70 Basispunkte auf 13,5%. Speziell hervorgehoben wird das Pasta-Geschäft, das sich stabilisiert habe.

RAPELLI ALS ZUGPFERD

Beim Segment Refinement ist von einem "zufriedenstellenden" Ergebnis die Rede. Diverse Aktionsverschiebungen ins zweite Halbjahr 2017 würden zwar kurzfristig auf den Umsatz drücken, dennoch habe das Segment im Vergleich zum Markt in den meisten Kategorien besser gewirtschaftet. Insgesamt ging der Umsatz um 3,4% auf 139,9 Mio CHF zurück. Aber auch hier konnte die EBITDA-Marge verbessert werden, und zwar um 35 Basispunkte auf 7,6%. Positiver Treiber des Segments ist den Angaben zufolge die Marke "Rapelli".

Der Bereich international, der vor der Akquisition nur sehr klein war, erwirtschaftete im Berichtszeitraum einen Umsatz von 58,6 Mio (VJ 7,8 Mio) mit einer EBITDA-Marge von 8,6% (1,0%). Die akquirierte Culinor habe die Erwartungen übertroffen, heisst es; zudem sei die Integration "in der vorgesehenen Form erfolgreich abgeschlossen" worden.

Die Entwicklung im Exportgeschäft habe derweil nicht den Vorstellungen entsprochen und erneut unter den anspruchsvollen Rahmenbedingungen gelitten. Man halte aber am Potential für einzigartige Premium-Produkte aus der Schweiz fest und prüfe neue Ansätze und Absatzmärkte, heisst es dazu.

HOHE INVESTITIONEN IN INNOVATIONEN UND MARKEN

Für den weiteren Jahresverlauf zeigt sich das Unternehmen zuversichtlich. Das Umfeld und die Rahmenbedingungen in der Schweiz blieben zwar anspruchsvoll, aber die Absatzmärkte des Segments International böten Potenzial für Wachstum. Man werde dabei "mit Nachdruck und Konsequenz" die "Strategie 2020" vorantreiben. Orior spricht hier von hohen Investitionen in Innovationen und Marken. Das zweite Halbjahr werde daher geprägt sein von neuen Produkten, Konzepten und Verpackungsdesigns sowie Innovationen entlang der Wertschöpfungskette. In der Summe sei jedenfalls ein "gutes" zweites Halbjahr zu erwarten.

uh/ra

(AWP)