Orior steigert dank Zukauf Umsatz und Gewinn - Dividende erneut erhöht

(Ausführliche Fassung, neu vor allem Bereiche) - Die im Bereich Frisch-Convenience und Fleischveredelung (Refinement) tätige Orior-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr 2016 dank einer Akquisition in Belgien Umsatz und Gewinn gesteigert. Ausserdem wird die Dividende einmal mehr erhöht. Für 2017 rechnet das Management mit weiter anspruchsvollen Rahmenbedingungen.
28.02.2017 08:52

Der Gruppen-Umsatz stieg laut Mitteilung vom Dienstag im Berichtsjahr um 5,5% auf 527,7 Mio CHF. Dieser Zuwachs ist vor allem auf die Akquisition der Culinor Food Group (Herstellerin von Fertigmenüs und Menükomponenten in den Benelux-Staaten) per Ende August 2016 zurückzuführen, derweil im Heimmarkt ein organisches Minus von 1,5% hingenommen werden musste.

Der Heimmarkt sei sowohl im Detailhandel als auch in der Gastronomie nach wie vor geprägt von Preis- und Wettbewerbsdruck sowie von Minderumsatz in den Grenzregionen. Die zur Verbesserung der Situation getätigten Initiativen und Massnahmen hätten die schwierige Ausgangslage nicht ganz zu kompensieren vermocht. Mit der Akquisition von Culinor sei derweil ein wichtiger Meilenstein im Rahmen der Strategie "ORIOR 2020" erreicht worden. CEO Daniel Lutz spricht bereits von einer "erfolgreichen Akquisition".

ZAHLEN ÜBER ERWARTUNGEN

Auf Stufe EBITDA legte die Gruppe um 5,7% auf 51,5 Mio CHF zu, wobei die Marge das Vorjahresniveau von 9,7% erreichte. Gemäss Orior wurde ein verstärktes Augenmerk auf das Portfolio-Management und Effizienzsteigerungen gelegt. Der Nettogewinn wuchs derweil um 11% auf 28,4 Mio CHF, entsprechend einer Margenverbesserung auf 5,4% (VJ 5,1%).

Den Aktionären soll aufgrund der Zahlen eine um 6 Rappen höhere Dividende von 2,09 CHF je Aktie ausgezahlt werden. Dies ist gemäss Mitteilung die sechste Erhöhung in Folge seit dem IPO im Jahr 2010. Mit dem vorgelegten Resultat hat Orior die Erwartungen von Analysten (AWP-Konsens) auf allen Stufen leicht übertroffen. Die Dividende wurde zudem mit 2,06 CHF etwas tiefer geschätzt.

NEUE SEGMENTS-BERICHTERSTATTUNG

Die Orior-Berichterstattung erfolgt neu in den drei Segmenten Convenience, Refinement und International. Convenience mit u.a. den Marken Fredag, Le Patron und Pastinella konnte "nur teilweise überzeugen". Der Umsatz sank um 4,2% auf 194,2 Mio und der EBITDA um 6,0% auf 25,2 Mio, was einer Marge von 13,0% (VJ 13,2%) entspricht. Orior erwähnt u.a. die Umstellung des Geschäftsmodells für den Export von vegetarischen und veganen Spezialitäten sowie die Rückgänge im Frisch-Pasta-Bereich als Gründe, aber auch die schwierigen Rahmenbedingungen im Detailhandel und in der Gastronomie sowie die zurückhaltende Konsumentenstimmung.

Das Segment Refinement mit den Marken Rapelli, Albert Spiess und Möfag habe sich derweil "sehr gut behauptet". Der Umsatz konnte mit 298,8 Mio CHF (+0,1%) ganz leicht verbessert werden. Bei einem EBITDA von 22,5 Mio CHF (-0,9%) ergab sich eine leicht tiefere Marge von 7,5% (7,6%). Die Entwicklung sei u.a. getrieben worden durch die zusätzlichen Investitionen in die Marken "Rapelli" und "Albert Spiess", heisst es hier.

Das Segment International (Exportgeschäft und Culinor) habe die Erwartungen in den ersten Monaten derweil "vollends erfüllt". Der Umsatz erreichte 53,2 Mio (VJ ohne Culinor 18,4 Mio), organisch ist dies ein Minus von knapp 15%. Im Export von Bündnerfleisch sei ein Rückgang im Absatz in Kauf genommen worden. Dafür habe sich die Rentabilität auf dem verbleibenden Umsatz mit Bündnerfleisch verbessert. Zusammen mit Culinor erreichte das Segment einen EBITDA von 3,7 Mio, was einer Marge von 7,0% (VJ -5,0%) entspricht.

WEITERE EFFIZIENZVERBESSERUNGEN ANGESTREBT

Mit Blick nach vorne rechnet Orior mit anhaltend "anspruchsvollen Rahmenbedingungen". Das wettbewerbsintensive Umfeld werde auch künftig bestimmend sein, heisst es. Man werde aber weiterhin an der Strategie arbeiten mit Fokus auf Produkt- und Konzeptinnovationen, starken Kundenpartnerschaften, Investitionen in die Marken und die Ausrichtung auf attraktive Nischen weiter vorantreiben. Zudem soll die operative Leistungsfähigkeit und Effizienz weiter verbessert werden.

uh/rw

(AWP)