Orior übernimmt Frisch-Convenience-Gruppe Culinor - Umsatz 88 Mio EUR

(Zusammenfassung)
23.08.2016 13:42

Zürich (awp) - Der Nahrungsmittel-Hersteller Orior übernimmt per Ende August die vor allem in den Beneluxstaaten tätige Culinor Food Group und schafft damit den lange angestrebten Sprung aus der Schweiz heraus nach Europa. Culinor ist gemäss Firmenangaben führender Hersteller von Fertigmenüs und Menükomponenten für den Detailhandel und die Gastronomie in den Benelux-Staaten. Die Halbjahreszahlen von Orior brachten derweil keine grossen Überraschungen.

Orior übernimmt 100% des Aktienkapitals an Culinor vom gegenwärtigen CEO Filip De Spiegeleire und seiner Frau, wie CFO Ricarda Demarmels am Dienstag an einem Call für Investoren darlegte. Das Unternehmen erwirtschaftet den Angaben zufolge einen Jahresumsatz von rund 88 Mio EUR, vorwiegend in Belgien und Holland, und macht damit knapp einen Fünftel des Umsatzes von Orior aus.

Im Detail betreibt Culinor Produktionswerke an den belgischen Standorten Destelbergen, Gent, Olen und Herselt sowie ein Logistikzentrum in Destelbergen. Sämtliche Produktionsbetriebe verfügten dabei über modernste Anlagen und vielfältige Technologien zur Herstellung von Premium-Frisch-Convenience-Produkten, hiess es.

Nach der jahrelangen Suche nach einem passenden Übernahmeziel zeigte sich Orior-CEO Daniel Lutz entsprechend erleichtert und hocherfreut: "Mit dieser Akquisition wird unsere führende Stellung im Kerngeschäft Premium-Frisch-Convenience-Produkte über die Grenze hinaus erweitert. Dies eröffnet zusätzliches Potenzial für Wachstum und neue Inspiration für Innovationen."

EIGENSTÄNDIGES KOMPETENZZENTRUM

Die Übernahmekonditionen werden "auf Wunsch der Verkäufer" nicht genannt. Grundsätzlich müssten Übernahmen bei Orior aber einen "strategischen, kulturellen und finanziellen Fit" haben, so die Finanzchefin, und dies sei bei dieser Akquisition erfüllt. Sie gab dann an Call auch gewisse Eckpunkte bekannt, die eine gewisse Einschätzung möglich machen sollten. So sei die Akquisition (auf Stufe EBITDA-Marge) "nicht verwässernd", meinte sie. Sie sprach dabei allerdings von der Marge auf Gruppenstufe (H1: 9,5%) und nicht derjenigen des Convenience-Bereichs (14,0%).

Die belgische Culinor betreibt aus dem Heimmarkt Benelux heraus ihre Produkte auch in anderen europäischen Ländern. Sie wird von Orior in Zukunft als eigenständiges Kompetenzzentrum der Gruppe geführt und bearbeitet künftig als Europa-Plattform den gesamten europäischen Markt. CEO De Spiegeleire verbleibt an der Spitze des Unternehmens und wird zudem zum CEO Orior Europa ernannt. Er erhält damit auch Einsitz in der Orior-Konzernleitung.

HALBJAHRESZAHLEN

Gleichzeitig mit der Übernahme wurden auch die Halbjahreszahlen veröffentlich. Der Umsatz in der Berichtsperiode von Januar bis Juni erreichte 239,5 Mio CHF und lag damit um 0,8% unter dem Vorjahr. Hauptgründe für diesen Rückgang seien primär der Preis- und Aktionsdruck sowie der Export von Bündnerfleisch gewesen, hiess es.

Das Betriebsergebnis auf Stufe EBITDA verbesserte sich um 1,3% auf 22,7 Mio CHF, was einer Margenverbesserung von 20 Basispunkten auf 9,5% entspricht. Unter dem Strich konnte der Reingewinn um gut 17% auf 12,1 Mio gesteigert werden, wobei die Vorjahresvergleichsperiode durch negative Wechselkurseffekte belastet worden war.

WEITERHIN ANSPRUCHSVOLLE BEDINGUNGEN

Bezüglich Ausblick bleibt Orior derweil zurückhaltend. Man erwarte für das zweite Halbjahr weiterhin "sehr anspruchsvolle Rahmenbedingungen" und Umsätze, die unter Markt- und insbesondere auch Preisdruck blieben. Auch die Rohstoffsituation dürfte sich weiterhin herausfordernd gestalten, hiess es. Trotz diesem schwierigen Umfeld erwarte Orior aber "dank der eingeleiteten Massnahmen und Initiativen weitere positive Impulse auf die Geschäftsentwicklung". Orior bleibt bei der Aussage, dass der EBITDA im Gesamtjahr höher ausfallen solle als im Vorjahr.

Die Orior-Aktie zeigte sich insgesamt freundlich und legte am frühen Nachmittag in einem etwas höheren Gesamtmarkt 0,6% auf 68,40 CHF zu.

uh/ra

(AWP)