Osram-Finanzchef kann sich grössere Übernahme vorstellen

Der Lichttechnikkonzern Osram schliesst eine grössere Übernahme nicht aus. "Es ist durchaus möglich, dass wir uns Unternehmen bis 500 Millionen Euro Akquisitionsvolumen anschauen", sagte Finanzvorstand Ingo Bank der "Börsen-Zeitung" (Osterausgabe). Um Skaleneffekte zu erzielen, könne Grösse eine wichtige Rolle spielen. Konkrete Pläne für solche Zukäufe gebe es im Moment aber nicht.
16.04.2017 20:41

Im Segment Spezialbeleuchtung, zu dem das Autolicht zählt, will sich Osram auf den Gebieten Elektronik und Software verstärken. "Da sehen wir uns international nach Akquisitionszielen oder Partnern um", sagte Bank. Im Segment Optohalbleiter investiert der Konzern in eine neue Fabrik in Malaysia. In dieser Sparte wären Akquisitionen interessant, "wenn wir damit unseren Marktzugang verbessern könnten", so der Finanzchef. Das mit höheren Margen attraktive Servicegeschäft steht im Mittelpunkt von Verstärkungen im Segment Lösungen und Systeme.

Grössere Zukäufe wären aus Banks Sicht für Osram finanziell zu stemmen. Zum einen sei die Bilanz stark. Zum anderen erhalte das Unternehmen aus dem Verkauf der Lampensparte Ledvance 500 Millionen Euro vor Steuern. "Wir haben also viel Firepower und die Möglichkeit zu agieren", betonte Bank. "Wir machen jetzt aber nicht den Fehler, etwas zu kaufen, nur weil wir es könnten."

Mit der neuen Strategie habe sich die Aktionärsstruktur von Osram verändert. "Diejenigen, die in eine Restrukturierungsstory investiert haben, sind rausgegangen", berichtet Bank. "Wir schalten jetzt auf Wachstum um und haben dafür einige neue Investoren gefunden, die das so wollen und die unser Geschäftsmodell verstehen."

Der Grossaktionär Siemens zählte zunächst zu den schärfsten Kritikern der neuen Strategie von Osram, in den Massenmarkt der LED-Chips zu gehen. Die Wogen haben sich mittlerweile geglättet. "Unser Verhältnis zu Siemens ist im Moment sehr gut", betonte Bank./he

(AWP)