Osram rechnet mit weiterem Wachstum - Lampenverkauf kostet nochmal Geld

(Ausführliche Fassung)
09.11.2016 08:42

MÜNCHEN (awp international) - Der Lichtspezialist Osram nimmt sich auch im neuen Geschäftsjahr ein ordentliches Wachstum vor. Anziehende Investitionen dürften allerdings auf der Gewinnkraft beim MDax-Konzern lasten. Im abgelaufenen vierten Geschäftsquartal fuhren die Münchener einen Verlust ein, weil das traditionelle Lampengeschäft im Tagesgeschäft Geld verlor und der geplante Verkauf der Sparte nach China für Sonderkosten sorgte. Unter dem Strich stand ein auf die Aktionäre entfallender Verlust von 46 Millionen Euro nach 68 Millionen Euro Gewinn vor einem Jahr, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilte.

Die angestammte Lampensparte, die an chinesische Investoren um den LED-Hersteller MLS verkauft werden soll, zählt Osram nicht mehr zum fortgeführten Geschäft. Die Ledvance getaufte Einheit herausgerechnet ging der Umsatz im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum um 3,1 Prozent auf 909 Millionen Euro zurück. Ohne Währungsschwankungen sowie Verrechnungseffekte aus Zu- und Verkäufen wäre der Erlös um 0,6 Prozent gesunken. Die operative Marge (Ebita) sackte um mehr als drei Prozentpunkte auf 8,9 Prozent ab. Osram hatte im Vorquartal von vorgezogenen Bestellungen profitiert - das sorgte nun für weniger Geschäft.

Im gerade begonnenen Geschäftsjahr (Ende September 2017) rechnet Osram - ebenfalls ohne den zu verkaufenden Lampenbereich und auf vergleichbarer Basis - mit einem Umsatzwachstum von zwischen 5 und 7 Prozent (VJ: 5,9). Dabei sollen alle verbliebenen Geschäftsbereiche, die LED-Chips, die Lichtsysteme und auch das Geschäft mit Autobeleuchtung ein "gesundes Wachstum" aufweisen, wie Finanzvorstand Ingo Bank in München vor Journalisten sagte.

Osram bezieht die Ergebnisprognose nun auf die um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen, sie soll nach 17,2 Prozent im Vorjahr mindestens 16 Prozent betragen. Der Rückgang ist nach Angaben des Unternehmens höheren Investitionen in LED-Chips und dem Bau einer neuen Fabrik in Malaysia geschuldet. Der verwässerte Gewinn je Aktie soll zwischen 2,35 Euro und 2,65 Euro erreichen. Im Vorjahr hatte er unter anderem dank eines Anteilsverkaufs bei 5,12 Euro gelegen - auf vergleichbarer Basis aber bei 2,51 Euro.

Der Verkauf der Lampensparte nach China ist allerdings nicht sicher. Das Bundeswirtschaftsministerium will den Deal eingehend prüfen. Das Unternehmen geht allerdings weiter davon aus, den Verkauf im laufenden Geschäftsjahr abzuschliessen, wie Finanzchef Bank sagte./men/stb

(AWP)