Fracht - Panalpina büsst an Profitabilität ein - Dividende wird erhöht

Der Transport- und Logistikkonzern Panalpina hat im Geschäftsjahr 2016 bei rückläufigem Umsatz klar weniger verdient.
02.03.2017 08:08
Boeing 747-8 Frachtjet mit Panalpina-Logo.
Boeing 747-8 Frachtjet mit Panalpina-Logo.
Bild: ZVG

Dies ist vor allem auf eine im zweiten Quartal vorgenommene Rückstellung zurückzuführen. Aber auch unter Ausklammerung des Effekts haben die Basler an Profitabilität eingebüsst. Die Dividende wird allerdings erhöht.

Der Nettoumsatz ging wenig überraschend um 11% auf 5,20 Mrd CHF zurück, nachdem bereits nach den ersten neun Monaten ein Minus von rund 12% resultiert hatte. Die relevantere Kennzahl ist allerdings der um die volatilen Frachtraten bereinigte Bruttogewinn. Hier zeigt sich mit -3,3% auf 1,42 Mrd eine weniger ausgeprägte Abnahme. Im Zeitraum von Januar bis September resultierte ein Rückgang um 1,4%.

Beim Ergebnis auf Stufe EBIT resultiert ein Rückgang um knapp ein Drittel auf 82,0 Mio CHF und auf Stufe Reingewinn von 41% auf 52,3 Mio, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilt.

"2016 war ein sehr herausforderndes Jahr", wird Konzernchef Stefan Karlen zitiert. "Viel tiefere Volumen aus dem Öl- und Gassektor hatten zur Folge, dass wir diesen Teil unseres Geschäfts im ersten Halbjahr restrukturieren mussten. In der zweiten Jahreshälfte führten der Kollaps von Hanjin und eine sehr ausgeprägte Peak Season zu Kapazitätsengpässen und stark ansteigenden Frachtraten, was unsere Margen unter Druck setzte."

Erwartungen zum Teil erfüllt

Mit den vorgelegten Zahlen hat Panalpina die Markerwartungen beim Nettoumsatz und Bruttogewinn erfüllt, bei den Gewinnzahlen jedoch klar verfehlt. Analysten hatten im AWP-Konsens mit einem Nettoumsatz von 5,19 Mrd CHF, einem Bruttogewinn von 1,44 Mrd, einem EBIT von 89,0 Mio und einem Reingewinn von 62,6 Mio CHF gerechnet.

Der ausgeprägte Gewinnrückgang ist vor allem mit einer im zweiten Quartal vorgenommenen Rückstellung über 26 Mio CHF für Restrukturierungen im Öl- und Gasgeschäft zu erklären. Das Unternehmen weist deswegen die Gewinnzahlen unter Einschluss sowie unter Ausklammerung (adjusted bzw. bereinigt) dieses Effekts aus. Letzteres, um eine bessere Vergleichbarkeit mit den Vorjahreswerten zu ermöglichen. Adjustiert um diesen Effekt kam der EBIT bei 109,9 Mio CHF (-6,2%) und der Reingewinn bei 80,2 Mio (-9,1%) zu liegen.

Den Aktionären soll eine höhere Dividende von 3,75 CHF je Anteil nach 3,50 CHF im Jahr zuvor ausgeschüttet werden. Damit zeigt sich der Verwaltungsrat grosszügiger als erwartet: Analysten hatten im Durchschnitt mit einer Dividende von 3,52 CHF gerechnet.

Im Geschäftsjahr 2017 seien die Erträge im Januar und Februar weiter unter Druck geblieben und es wird davon ausgegangen, dass das erste Quartal hinter dem Vorjahresquartal zurückbleiben wird. "Obwohl 2017 mit grossen politischen und makroökonomischen Unsicherheiten verbunden sein wird, halten wir an unseren langfristigen Zielen fest und sind überzeugt, dass wir die Kosten stabil halten und so das Geschäft für Volumenwachstum positionieren können", so Karlen. Panalpina erwartet, dass die Luft- und Seefrachtmärkte 2017 um 2% wachsen werden.

(AWP)