Panalpina mit Neunmonatsausweis unter Vorjahr - Lichtblick Luftfracht

(Zusammenfassung)
25.10.2016 16:10

Basel (awp) - Der Transport- und Logistikkonzern Panalpina hat in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres 2016 an Profitabilität eingebüsst. Dies ist nach der im zweiten Quartal wegen des anhaltend schwachen und für Panalpina wichtigen Geschäfts mit Kunden aus der Öl- und Gasindustrie getätigten Rückstellung keine Überraschung. Im Luftfrachtgeschäft setzte sich die positive Entwicklung aus dem ersten Halbjahr fort. Die Panalpina-Aktie gehört am Dienstagnachmittag zu den grossen Gewinnern an der Schweizer Börse.

In der Neunmonatsperiode bzw. im Zeitraum von Januar bis September sank der für Logistikunternehmen aussagekräftige Bruttogewinn um 1% auf 1,09 Mrd CHF, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. Trotz geringerer operativer Kosten brach das Ergebnis auf Stufe EBIT um etwa ein Fünftel auf 67,5 Mio CHF ein.

Hierfür sind allerdings die im zweiten Quartal vorgenommen Rückstellungen über 26 Mio CHF massgeblich verantwortlich. Da man keinen unmittelbaren Aufschwung im Geschäft mit Kunden aus der unter Preisdruck stehenden Öl- und Gasindustrie erwartet, wurde dieses Geld für Restrukturierungen zurückgelegt.

Einen negativen Einfluss hatte zudem - wenn auch in deutlich geringerem Ausmass - das zuletzt in der Luftfracht zu tieferen Margen abgeschlossene Neugeschäft, wie Finanzchef Robert Erni an einer Telefonkonferenz erklärte. Ferner hätten die in Folge der Hanjin-Pleite sprunghaft angestiegenen Raten in der Seefracht nicht vollständig an die Kunden weitergegeben werden können.

CEO Stefan Karlen, der Anfang September die operative Leitung übernommen hat, liess durchblicken, dass auch insgesamt Frachtvolumen gefehlt habe, weshalb man operativ nicht ausgelastet gewesen war. Der Konzerngewinn ging in der Folge um knapp ein Drittel auf 46,5 Mio CHF zurück.

LUFTFRACHT LEGT ZU

In der Luftfracht nahmen die Volumen um 9% zu, während der Markt um von Panalpina geschätzte 1% schrumpfte. Das unlängst zugekaufte Geschäft mit Frischwaren (Airflo) machte rund 6% Wachstum aus und Neugeschäft die restlichen 3%.

Der Bruttogewinn pro Tonne nahm allerdings um 5% ab und der EBIT ging aufgrund der Rückstellungen auf 60,0 Mio CHF zurück von 67,6 Mio im Vorjahr. Das Verhältnis von EBIT zu Bruttogewinn, welches ein wichtiger Massstab für die Profitabilität ist, schrumpfte auf 13,2% zusammen von 15,4%.

SEEFRACHT SCHWACH

Die Seefrachtvolumen gingen in der Berichtsperiode um 9% zurück und damit deutlich stärker als der Markt, der den Angaben zufolge um 1% schrumpfte. Die Abnahme wird vor allem auf signifikant tiefere Volumen im Öl- und Gasgeschäft sowie einen ausgelaufenen Grossauftrag zurückgeführt.

Der Bruttogewinn pro Container allerdings legte um 5% zu. Der EBIT fiel auf 6,3 Mio CHF nach 22,8 Mio im Vorjahr, bereinigt bei 16,0 Mio. Die entsprechende Marge betrug damit 1,8% nach 6,3%.

Im Geschäftsbereich mit Lager- und Verteildiensten für Grosskunden nahm der Bruttogewinn um 4% ab und der EBIT auf 1,2 Mio CHF verglichen mit 2,0 Mio in der Vorjahresperiode.

KEIN RÜCKENWIND VON MARKTENTWICKLUNG

Für die restlichen Monate des laufenden Geschäftsjahres rechnet die Konzernleitung mit einem anhaltend unvorteilhaften Marktumfeld sowohl in der Luft- wie auch der Seefracht. Man geht davon aus, dass der globale Luftfrachtmarkt 2016 um 1% schrumpfen und der Seefrachtmarkt stagnieren wird. Panalpina selber erwartet für sich eine überdurchschnittliche Entwicklung in der Luftfracht und eine schwächere zur See, womit frühere Angaben bestätigt wurden.

Die Panalpina-Aktie gewinnt am Dienstagnachmittag in einem etwas schwächeren Gesamtmarkt 3,0%. Das Neunmonatsergebnis sei etwa wie erwartet ausgefallen, heisst es bei der ZKB. In der Luftfracht sei Panalpina auf gutem Weg, während in der Seefracht momentan die Fortschritte ausblieben.

cp/uh

(AWP)