Panalpina schreibt im dritten Quartal mit Seefracht wieder rote Zahlen

(Ausführliche Fassung) - Der Speditions- und Logistikkonzern Panalpina hat im dritten Quartal 2017 den Umsatz zwar relativ deutlich gesteigert. Unter dem Strich schaut aber weniger heraus als in der Vorjahresperiode. Im Seefrachtgeschäft sind die Basler wieder in die roten Zahlen gerutscht. Im Geschäft mit der Luftfracht gelang hingegen erneut eine Verbesserung.
19.10.2017 10:05

Der Nettoumsatz legte von Juli bis September um 13% auf 1,43 Mrd CHF zu und damit stärker als von Analysten erwartet. Der um die Frachtraten bereinigte und daher aussagekräftigere Bruttogewinn schrumpfte allerdings wie von den Experten erwartet um 1,1% auf 351,6 Mio, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte.

Beim Betriebsergebnis auf Stufe EBIT resultiert eine Abnahme um 8,4% auf 30,1 Mio CHF, wobei das Seefrachtgeschäft einen negativen Beitrag leistete. Der Reingewinn ging aufgrund eines höheren Steueraufwands gar um rund ein Viertel auf 18,5 Mio zurück. Mit dem EBIT und Reingewinn hat Panalpina die Markterwartungen verfehlt.

"Die Luftfracht und Logistik sind nach neun Monaten des laufenden Geschäftsjahrs gut unterwegs und zeigen weiterhin eine solide Leistung", wird CEO Stefan Karlen zitiert. "In der Seefracht wachsen wir gleich wie der Markt, aber wegen anhaltend tiefer Margen und Produktivität ist die Profitabilität nicht zufriedenstellend."

SEEFRACHT SCHREIBT WIEDER ROTE ZAHLEN

Im Seefrachtgeschäft ist Panalpina im dritten Quartal in die roten Zahlen zurückgefallen. Der Verlust auf Stufe EBIT beläuft sich auf 2,9 Mio CHF. Im zweiten Quartal gelang die Rückkehr die schwarzen Zahlen. Im Sommer hatte sich die Konzernleitung noch zuversichtlich gezeigt, im zweiten Semester eine weitere Verbesserung der Profitabilität erreichen zu können.

Für die Neunmonatsperiode resultiert ein EBIT-Verlust von 5,5 Mio (Q1 -3,2 Mio, Q2 +0,58) nach einem Überschuss von 6,3 Mio in der Vorjahresperiode. Höhere Volumen als im Vorjahr wurden zu tieferen Margen und gestiegenen Kosten abgewickelt, wie der Konzern anmerkt. Konkret stieg das Seefrachtvolumen um 4%, womit Panalpina wie bereits in den Vorquartalen im Rahmen des globalen Frachtmarkts zugelegt hat. Der Bruttogewinn pro Container schrumpfte allerdings um 10% auf 283 CHF.

LUFTFRACHT ERNEUT GESTEIGERT

Im Luftfrachtgeschäft hat sich Panalpina weiter gesteigert. Von Januar bis September nahmen der Bruttogewinn und der EBIT mit jedem Quartal zu. Im dritten Quartal kamen die Kennzahlen bei 161,4 Mio (+8,4% gg VJ) bzw. 30,3 Mio (+13%) zu liegen. Die am Bruttogewinn gemessene Marge verbesserte sich ebenfalls kontinuierlich auf 18,8% im Berichtsquartal. Das Mittelfristziel von 25% rückt damit näher. In den ersten neuen Monaten hat Panalpina das Transportvolumen um 8% gesteigert, was den Firmenangaben zufolge ungefähr dem Marktwachstum entspricht.

Eine positive Entwicklung zeigt sich auch im dritten Geschäftsbereich Logistik. Hier wird beispielsweise die Lagerhaltung von Waren und das Management der Warenströme angeboten. Es resultiert zwar im dritten Quartal ein Rückgang beim Bruttogewinn von rund 14% auf 81,5 Mio. Der EBIT hingegen verbesserte sich aufgrund deutlich geringerer Personalaufwendungen und tieferer operativer Kosten auf 2,7 Mio von 0,9 im Vorjahresquartal. Der Geschäftsbereich sei nun nachhaltig profitabel, heisst es.

Im Hinblick auf die weitere Geschäftsentwicklung sei man gut vorbereitet auf eine weitere starke "Peak Season" in der Luftfracht. Es bleibe jedoch abzuwarten, wie dynamisch der Carrier-Markt dieses Jahr sein werde. "Tiefe Bruttogewinnmargen und - aufgrund der Ineffizienz unseres Altsystems - tiefe Produktivität, werden uns weiterhin einschränken in der Seefracht, wo wir aktuell nur bescheiden wachsen können, um zusätzliche Kosten zu vermeiden", so Karlen.

cp/tp

(AWP)