Panalpina-VRP: Sind mit IT auf dem richtigen Weg - Lassen uns nicht jagen

Panalpina arbeitet mit Hochdruck an einer neuen IT-Struktur, um die Auftragsabwicklung effizienter und die ungenügende Profitabilität zu verbessern. Verwaltungsratspräsident Peter Ulber zeigt sich in einem Interview mit "Finanz und Wirtschaft" (Ausgabe 4.10.) diesbezüglich zuversichtlich. Auch macht er deutlich, dass er in der derzeitigen Marktkonsolidierung nicht zu den "Gejagten" gehören will.
04.10.2017 08:51

Die neue IT-Plattform habe in den Startmärkten Singapur und Schweiz bewiesen, dass sie praxistauglich ist, so Ulber. "Dass es nun auch im weitaus komplexeren Markt Deutschland klappt, bestärkt mich in der Gewissheit, dass wir auf dem richtigen Weg sind." Noch in diesem Jahr soll das System in den USA ausgerollt werden, danach in China, wie er ausführt. "Ist es so weit, wickeln wir 60% unserer Transaktionen über die neue Plattform ab. Das Risiko eines Scheiterns ist raus."

Ab Ende 2018 sollte dann auch die Profitabilität spürbar steigen, sofern das System zu diesem Zeitpunkt auch in China ausgerollt ist, wie Ulber ausführt. "Zudem sind dann keine zusätzlichen Abschreibungen mehr nötig."

Von den bis 2020 gesteckten Finanzzielen ist Panalpina derzeit noch weit entfernt. Diese seien "ambitioniert, aber erreichbar", betont Ulber. In der Logistik sei es nicht möglich, auf die Schnelle zu restrukturieren, gibt er zu verstehen. Man müsse das Netzwerk mit Millionen von Transaktionen langsam, aber stetig optimieren. "In der Seefracht haben wir den grössten Hebel, was das neue IT-System angeht. Wir werden aber jetzt sicher nicht in Aktionismus verfallen, bloss um unser Ergebnis kurzfristig zu verdoppeln."

Zur Marktkonsolidierung sagt Ulber: "Wir lassen uns nicht jagen." Finanziell seien Panalpina wenig Limiten gesetzt, Kaufchancen wahrzunehmen. "Wir haben ein Nettovermögen von 400 Mio CHF in der Bilanz und sind schuldenfrei." Zudem könne man sich im Kapitalmarkt Mittel beschaffen.

Panalpina als Übernahmeziel schliesst er aus. In der Ernst-Göhner-Stiftung, die 46% der Panalpina-Aktien hält, gebe es "absolut keine Diskussionen", die Kontrolle an Panalpina abzugeben. In einem grösseren Deal wäre die Stiftung bereit, sich an einer Kapitalerhöhung gemäss ihrem Anteil zu beteiligen, wie allerdings Ulber anmerkt. "Die Stiftung ist ein Partner, mit dem wir grösser werden können."

cp/ra

(AWP)