Partners Group-Aktien nach starkem Halbjahresergebnis auf neuem Allzeithoch

Die Aktien von Partners Group legen am Dienstag nach der Vorlage der Halbjahreszahlen markant zu. Selbst die optimistischsten Schätzungen wurde mit den finanziellen Kennzahlen jeweils übertroffen. Die Analysten müssen nun ihre Gewinnschätzungen anpassen.
12.09.2017 09:57

Partners Group gewinnen gegen 9.45 Uhr 5,8% auf 665,50 CHF, während der Gesamtmarkt (SPI) 0,6% zugelegt. Die Aktie überbietet damit deutlich das Anfang August markierte Allzeithoch bei knapp 640 CHF. Im bisherigen Tageshoch am Dienstag erreichte der Kurs gar 677 CHF.

Händlern zufolge lagen Partners Group schon am Vortag "gut im Markt" - nach einer kräftigen Kurszielerhöhung durch Kepler Cheuvreux auf 720 CHF. Im Jahresverlauf stehen die Titel des Vermögensverwalters aktuell fast 40% im Plus, während der SPI +15% auf dem Konto verbucht.

Mit Blick auf das starke erste Halbjahr zeigt sich der zuständige Analyst der ZKB im positiven Sinne sprachlos: Langsam wisse man nicht mehr, was man schreiben solle, lässt er mit Blick auf die immer wieder übertroffenen Schätzungen durchblicken. "Wieder einmal hat der Spezialist für nichtkotierte Anlagen die Analystenzunft alt aussehen lassen."

Insbesondere bei den erfolgsabhängigen sowie den sonstigen Erträgen sei die Beschleunigung des Wachstums unterschätzt worden. Beide Komponenten seien für den externen Beobachter allerdings nicht leicht zu prognostizieren. So hatten etwa eine Mehrzahl der von AWP befragten Analysten gar mit einem - mindestens leichten - Rückgang der Performance Fees gerechnet.

Diese erfolgsabhängigen Einnahmen hätten von "einem unverändert günstigen Marktumfeld für Veräusserungen" profitiert, schreibt ZKB weiter. Die "Late Management Fees" wurden zudem getrieben von der erhöhten Nachfrage nach bereits seit einiger Zeit aufgelegten Kernprogrammen. Dieser Aspekt sei von aussen immer schwer zu fassen, weil bei der bereits im Juli gemeldeten Investitionsnachfrage nicht erkennbar sei, ob sie in ältere Vehikel fliesse oder in frisch aufgelegte.

Die sogenannten Late Management Fees ergeben sich bei Partners Group, wenn ein Kunde in einen Fonds investiert, bei dem die Fundraising-Periode bereits im vergangenen Jahr geöffnet war. Er muss dann Gebühren für das vergangene Jahr nachzahlen. Gleichzeitig sind auch die wiederkehrenden Management-Gebühren mehr als erwartet gestiegen, was am Markt ebenfalls goutiert wird.

Überraschend sei das geringe Ausgabenwachstum - angesichts dessen, dass Umsatz- und Ausgabenwachstum üblicherweise relativ nahe beieinander lägen, heisst es bei der Bank Vontobel. Die in der Folge über die Zielvorgabe gestiegene EBITDA-Marge werde jedoch angesichts der geplanten weiteren Investitionen in den Ausbau der Investitionsplattform (sprich in das Team) vom Unternehmen als lediglich "vorübergehend" deklariert, schreibt Baader Helvea in Bezug auf das Ergebnis/Umsatz-Verhältnis.

Insgesamt profitiere Partners Group unverändert von den über die vergangenen Jahre kontinuierlich angewachsenen Vermögen und der Tatsache, dass sich im aktuellen Marktumfeld Investitionen gewinnträchtig weiterveräussern lassen, fasst die ZKB zusammen. "Solange hier keine Bremsspuren erkennbar sind, gehen wir davon aus, dass auch die andauernde Outperformance des Aktienkurses zum breiten Schweizer Markt nicht zu stoppen ist."

ys/cf

(AWP)