Partners Group mit deutlich mehr Kundennachfrage - Gesamtjahr-Guidance angepasst

(Ergänzt um mehr Details)
14.07.2016 08:30

Zürich (awp) - Partners Group hat im ersten Halbjahr deutlich höhere Kapitalzusagen erhalten und die Erwartungen am Markt damit klar übertroffen. Damit stiegen auch die verwalteten Vermögen weiter an. Für das Gesamtjahr passte die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Gesellschaft die Guidance positiv an.

Die neuen Zahlungszusagen der Kunden erreichten 4,6 Mrd EUR in den ersten sechs Monaten 2016 nach 3,8 Mrd EUR im Vorjahr. Die Nachfrage nach Produkten und Mandaten fiel "über sämtliche Anlageklassen hinweg" an, teilte Partners Group am Donnerstag mit.

"Aufgrund der starken Nachfrage von Seiten der Kunden und einer soliden Pipeline an Investitionsmöglichkeiten" wurde zudem die Bandbreite für Kundennachfragen für das Gesamtjahr auf 8 bis 9 Mrd EUR angepasst. Dies entspricht dem oberen Ende der ursprünglichen Bandbreite von 7 bis 9 Mrd EUR, die im Januar verkündet worden war.

AUM BEI KNAPP 50 MRD

Üblicherweise gibt das Unternehmen nur einmal im Jahr eine Guidance, welche nach dem Halbjahr nicht angepasst wird. Erstmals war diese jedoch vor einem Jahr mit dem Zwischenbericht gar erhöht worden und wurde 2015 letztendlich übertroffen. Die Bandbreite für Negativeffekte - sogenannte Tail-down-Effekte aus älteren Privatmarktprogrammen und Kapitalrückflüssen - wurde indes unverändert bei -2,5 bis -3,5 Mrd EUR belassen.

Im ersten Halbjahr erreichten die Tail-Down-Effekte -1,0 Mrd sowie die Kapitalrückflüsse aus liquiden und semi-liquiden Programmen -0,3 Mrd EUR. Fremdwährungseffekte beliefen sich auf -0,5 Mrd EUR, während erfolgsabhängige Wertsteigerungen in bestimmten Investitionsvehikeln mit +0,4 Mrd einen positiven Beitrag leisteten. In Summe schlugen die genannten Effekte laut Unternehmen mit -1,5 Mrd zu buche.

Per Ende Juni 2016 verwaltete die Gesellschaft Vermögen (Assets under Management, AuM) in der Höhe von 49,1 Mrd EUR nach 46,0 Mrd per Ende Dezember 2015. Der Anstieg entspreche einem jährlichen Wachstum von 13%, so Partners Group dazu. Mit Blick auf die vier Anlageklassen verteilten sich die AuM auf 29 Mrd EUR in Private Equity, 8 Mrd EUR in Private Real Estate sowie jeweils 6 Mrd EUR in Private Debt und in Private Infrastructure.

KNAPP 5 MRD USD INVESTIERT

Investiert wurde im ersten Halbjahr im Auftrag der Kunden eine Summe von 4,9 Mrd USD nach 4,5 Mrd im Vorjahr. 2,7 Mrd USD und damit 55% des Gesamtinvestitionsvolumens entfielen auf Direktinvestitionen, wovon wiederum 1,6 Mrd in 17 individuelle Anlagen in den Bereichen Private Equity, Private Real Estate und Private Infrastructure investiert wurden und 1,2 Mrd in 18 Unternehmenskredite.

Am Sekundärmarkt sind 1,2 Mrd USD oder 23% aller Investitionen in global diversifizierte Privatmarktportfolios geflossen, während Zahlungszusagen in Höhe von 1,1 Mrd oder 22% des Gesamtvolumens an ausgewählte Privatmarktmanager gingen, um die Direkt- und Sekundärmarkttransaktionen zu ergänzen.

Geprüft wurden insgesamt 1'956 Direktinvestitionen, wovon 35 umgesetzt wurden - eine Ablehnungsrate von 98%. Die Sekundärmarkt-Spezialisten analysierten Investitionsmöglichkeiten mit einem Gesamtvolumen von 65 Mrd USD und investierten in weniger als 2% davon. Die Mitarbeiterzahl lag Ende Juni bei über 850.

ERWARTUNGEN ÜBERTROFFEN

2015 hatten die Investitionen mit Fokus auf Unternehmen, Immobilien und Infrastrukturanlagen 9,7 Mrd USD erreicht. Partners Group will vor 2020 eine jährliche Investitionskapazität von 10 Mrd USD erreichen.

Verwaltete Vermögen sowie Kapitalzusagen werden bei Partners Group in Euro angegeben, da rund 60% der Kundengelder in EUR-Fonds angelegt sind. Die Zielgrösse für Investitionen wird in US-Dollar angegeben, da es sich um die hauptsächliche Investment-Währung handelt (speziell Emerging Markets/Americas).

Mit den vorgelegten Zahlen wurden die Schätzungen der Analysten bei den Kundennachfragen deutlich übertroffen. Die Experten hatten im Schnitt (AWP-Konsens) mit einer Kundennachfrage von 4,2 Mrd EUR und verwalteten Vermögen per Ende Juni im Umfang von 48,8 Mrd EUR gerechnet.

Um 9 Uhr steht das Management an einer Telefonkonferenz Rede und Antwort. Die detaillierten Halbjahresergebnisse werden erst in zwei Monaten veröffentlicht.

BREXIT BELASTET IMMOBILIEN

Mit Blick auf das Brexit-Votum rechnet Partners Group damit, dass sich die Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit in Grenzen halten sollten. Dabei dürften Immobilien "am meisten" betroffen sein. 24% der verwalteten Vermögen von Partners Group entfallen den Angaben nach grösstenteils auf Pensionskassen in Grossbritannien. Rund 6% der verwalteten Vermögen sind in Anlagen in dem Land investiert, weniger als 2% davon in Immobilien.

Im Hinblick auf Partners Group selbst seien lediglich 3% der verwalteten Vermögen in Britischen Pfund (GBP) denominiert, weshalb sich eine Währungsabwertung nicht signifikant auf die in Schweizer Franken angegebenen Erträge auswirken sollte, wurden zudem Aussagen von Co-CEO André Frei in einem Interview mit AWP vom Anfang der Woche bestätigt.

ys/cf

(AWP)