Partners Group übertrifft mit Halbjahresergebnis Markterwartungen

(Ergänzt um mehr Details)
13.09.2016 08:42

Baar (awp) - Partners Group hat mit dem Halbjahresergebnis alle Markterwartungen übertroffen. Die Einnahmen explodierten, weil sich insbesondere die Performance Fees vervierfachten. Für das zweite Halbjahr wird eine ähnlich positive Entwicklung erwartet. Die erst jüngst nach oben angepasste Guidance für das Gesamtjahr bestätigt die auf Privatmarktanlagen spezialisierte Gesellschaft.

Die Bemühungen der Vergangenheit um Wertschöpfung trügen Früchte, heisst es im am Dienstag veröffentlichten Halbjahresbericht. In den ersten sechs Monaten 2016 legten die Erträge um 58% auf 453 Mio CHF zu. Für Kunden wurden 4,9 Mrd USD in Unternehmens-, Immobilien- und Infrastrukturanlagen investiert nach 4,5 Mrd im Vorjahr.

Wie bereits seit Juli bekannt, erreichten die neuen Kundennachfragen 4,6 Mrd EUR nach 3,8 Mrd EUR im Vorjahr. Damit verwaltete die Gesellschaft per Ende Juni 2016 Vermögen (Assets under Management, AuM) in der Höhe von 49,1 Mrd EUR nach 46,0 Mrd per Ende Dezember 2015.

Das durchschnittlich verwaltete Vermögen stieg im Vergleich zum Vorjahr um 22% auf 47,6 Mrd EUR, wie es am Dienstag heisst. Mit den Vermögen wuchsen die (wiederkehrenden) Management Fees und zwar um 26% auf 322 Mio CHF, während die Performance Fees auf 131 Mio stiegen nach 32 Mio im ersten Halbjahr 2015.

REGELMÄSSIGE PERFORMANCE FEES

Performance Fees werden bei Partners Group üblicherweise sechs bis neun Jahre nach Lancierung von Investitionsprogrammen erhoben, sobald die Wertschöpfung im Portfolio die Renditehürden erreicht. In diversen Programmen und Mandaten gebe es allerdings eine Verschiebung der Zahlungen aus dem Zeitraum 2010 bis 2015 in die Jahre 2016 bis 2020 - wegen der im Zuge der Finanzkrise verlängerten Haltedauer einiger Anlagen, heisst es.

Während ein Teil dieses Potenzials im ersten Halbjahr 2016 realisiert worden sei, dürften sich die Performance Fees auch im zweiten Halbjahr ähnlich positiv entwickeln. Partners Group geht davon aus, dass Performance Fees in Zukunft "mit erhöhter Regelmässigkeit" ausbezahlt werden können und diese so zu "quasi-wiederkehrenden Erträgen" für das Unternehmen werden, die zusammen mit den verwalteten Vermögen ansteigen.

Langfristig dürften sie etwa 20% der gesamten Einnahmen ausmachen. Die durch langfristige Kundenverträge generierten Management Fees würden aber auch in Zukunft mit rund 80% die dominierende Einnahmequelle von Partners Group bleiben.

GEWINNANSTIEG BEI 19%

Im Semester nahm der Betriebsgewinn (EBITDA) um 64% auf 272 Mio CHF zu, was einer Marge von 60% entspricht nach 58% im ersten Halbjahr 2015. Partners Group will das Margenziel "diszipliniert" bei etwa 60% beibehalten - auch für Neugeschäft. Rund 40% der erzielten Performance Fees würden indes über Vergütungsprogramme den Mitarbeitern zugeteilt.

Das Finanzergebnis kam bei 23 Mio CHF zu liegen nach 70 Mio im Vorjahr. Im ersten Halbjahr 2015 waren mit der Wandlung in eine geschlossene Struktur der Pearl Holding Limited, in welche Partners Group direkt investiert hatte, 51 Mio CHF generiert worden. Unter dem Strich stieg somit der Reingewinn nach IFRS im Berichtszeitraum um 19% auf 254 Mio.

Mit den Kennzahlen wurden die bereits optimistischen Prognosen der Analysten klar übertroffen. Nachdem Partners Group im Juli eine Kundennachfrage deutlich über den Erwartungen bekanntgegeben hat, war am Markt mit einem starken Zuwachs bei den Erträgen und auf Stufe EBITDA gerechnet worden. Beim Reingewinn lag die Erwartung wegen des ausserordentlichen hohen Finanzertrags in der Vergleichsperiode allerdings unter dem Vorjahr.

WACHSENDE KUNDENACHFRAGE

Für das Gesamtjahr 2016 bestätigt Partners Group am Dienstag die antizipierte Bandbreite der neuen Kundennachfrage von 8 bis 9 Mrd EUR, nachdem die Guidance erst im Juli an das obere Ende der zuvor kommunizierten Bandbreite angepasst worden war. Die Schätzungen für Tail-Down-Effekte aus reiferen Programmen sowie mögliche Kapitalabflüsse aus liquiden und semi-liquiden Programmen belaufen sich unverändert auf -2,5 bis -3,5 Mrd EUR.

Institutionelle Anleger würden im aktuellen Niedrigzinsumfeld vermehrt "Anlageklassen mit attraktiveren Renditeaussichten" nachfragen, wie etwa Privatmarktanlagen, lässt sich Co-CEO Christoph Rubeli in der Mitteilung mit Blick in die Zukunft zudem zitieren. "Um der wachsenden Kundennachfrage gerecht zu werden, bauen wir unsere Plattform stetig aus, wie die jüngsten Eröffnungen der Niederlassungen in Denver und Manila sowie der globale Ausbau unserer Teams zeigen."

ys/rw

(AWP)