Partners Group übertrifft im Halbjahr erneut alle Erwartungen

(Durchgehend neu und ergänzt um mehr Details) - Partners Group hat den Markt einmal mehr überrascht: Mit dem Halbjahresergebnis 2017 wurde auch die optimistischste Schätzung von Analysten übertroffen. Nach einem Zwischenbericht Mitte Juli zu den verwalteten Vermögen hatte sich allerdings bereits angedeutet, dass die finanziellen Kennzahlen mehr als überzeugend ausfallen dürften. Den Ausblick für das Gesamtjahr bestätigt der Asset Manager.
12.09.2017 08:29

Die Erträge stiegen im ersten Semester um ein Viertel auf 565 Mio CHF. Der auf Privatmarktanlagen spezialisierte Vermögensverwalter spricht von einem starken Wachstum dank solider Kundennachfrage sowie erfolgreicher Investitionstätigkeiten und Veräusserungen. Die Einnahmen aus Management Fees seien "nachhaltig gestiegen", während die Entwicklung der Performance Fees gemäss Firmenangaben "solide" gewesen sei, heisst es in einer Mitteilung vom Dienstag.

Konkret stiegen die überwiegend wiederkehrenden Management Fees - zentraler Bestandteil des Geschäftsmodells von Partners Group - um 30% auf 418 Mio CHF. Der Anstieg sei hauptsächlich auf das Wachstum der verwalteten Vermögen sowie höhere sogenannte Late Management Fees und andere Einkünfte in Höhe von 56 Mio CHF (+124%) zurückzuführen. Durch die langjährigen Kundenverträge ergibt sich bekanntlich eine hohe Vorhersehbarkeit über zukünftige Zahlungsströme. Diese Einnahmen sollen auch langfristig 70% bis 80% der Gesamteinnahmen ausmachen.

Die Performance Fees, die erfolgsabhängigen Gebühren, legten um 12% auf 147 Mio zu. Ein Grossteil der von AWP befragten Analysten hatte hier zuvor mit einem - mindestens leichten - Rückgang gerechnet.

STELLENAUFBAU KOMMT NICHT HINTERHER

Der Betriebsgewinn (EBITDA) nahm derweil um 37% auf 374 Mio zu, was einer Marge von 66% entspricht, nach 60% im ersten Halbjahr 2016. Die langfristige EBITDA-Zielmarge liegt bei rund 60%. Grund für den "vorübergehenden" Anstieg der Marge sei insbesondere das starke Wachstum der Einnahmen, welches den Mitarbeiteraufbau übertraf.

Wegen des selektiven Investitionsansatzes ist Partners Group auf einen kontinuierlichen Ausbau des Teams angewiesen. Die Gesellschaft sucht jeweils proaktiv nach potentiellen Anlagen und kann kaum Skaleneffekte nutzen. Bekanntlich geht sie davon aus, dass die Zahl der Mitarbeiter 2018 auf über 1'000 steigt.

Unter dem Strich stieg der Reingewinn nach IFRS 42% auf 359 Mio. Mit den Kennzahlen wurden die Markterwartungen bei weitem übertroffen: Von AWP befragte Analysten hatten im Durchschnitt Erträge in Höhe von 500 Mio CHF erwartet. Der EBITDA war auf 306 Mio geschätzt worden und der Nettogewinn auf 282 Mio CHF.

Wie bereits seit Juli bekannt, verwaltete die Gesellschaft per Ende Juni 2017 Vermögen (Assets under Management, AuM) in der Höhe von 57,8 Mrd EUR nach 54,2 Mrd per Ende 2016. Die neuen Kundennachfragen erreichten in den ersten sechs Monaten 6,9 Mrd EUR nach 4,6 Mrd im Vorjahr. Für Kunden wurden 5,6 Mrd USD investiert nach zuvor 4,9 Mrd.

AUSBLICK BESTÄTIGT

Generell habe sich die Nachfrage über verschiedene Anlageklassen, Regionen und Kundensegmente hinweg erstreckt, heisst es am Dienstag. Das reflektiere "das strukturelle Wachstum institutioneller Anlagevermögen, die steigenden Allokationen zu Privatmärkten und Partners Groups Erfolgsausweis hinsichtlich seiner Investitionsaktivitäten".

Rund die Hälfte der Kapitalzusagen kamen den Angaben zufolge von öffentlichen und privatrechtlichen Pensionskassen. Eine deutliche Nachfrage kam auch von anderen institutionellen Anlegern wie Versicherungen, Staatsfonds, Stiftungen sowie Vertriebspartnern (Banken).

Angesichts der soliden Nachfrage nach Programmen und Mandaten sowie einem stetigen Anstieg der Investitionskapazität werde der Ausblick bestätigt, heisst es weiter. "Wir sind davon überzeugt, dass grosses Potential vor uns liegt", lässt sich Co-CEO André Frei zitieren.

Für das Gesamtjahr 2017 erwartet Partners Group damit weiterhin neue Kapitalzusagen in einer Bandbreite von 10 bis 12 Mrd EUR. Erst im Juli war die Guidance nach oben angepasst worden (von zuvor 8 bis 10 Mrd EUR). Der Schwerpunkt der erwarteten Gesamtnachfrage sei bereits im ersten Halbjahr angefallen, wurden frühere Aussagen zudem bestätigt. Die Bandbreite für Tail-Down-Effekte aus reiferen Programmen sowie mögliche Kapitalabflüsse aus liquiden und semi-liquiden Programmen bleibt ebenfalls bei -3 bis -4 Mrd EUR.

ys/ra

(AWP)