Paul Singer gewinnt Finanzinvestoren-Armdrücken bei Stada

Der Finanzinvestor Paul Singer hat die brancheninterne Auseinandersetzung um eine höhere Abfindung für die verbliebenen Stada-Aktionäre gewonnen. Die neuen Haupteigner Bain Capital und Cinven lenkten in einer am Sonntagabend veröffentlichten Mitteilung ein und avisierten die Zahlung der von Singer geforderten 74,40 Euro je Stada-Aktie. Diese hängt zwar vom Ergebnis der Verhandlungen mit Aufsichtsrat und Vorstand sowie der Zustimmung der Hauptversammlung von Stada ab, dürfte angesichts der Machtverhältnisse aber problemlos umgesetzt werden.
03.09.2017 20:24

Der von Singer kontrollierte Hedgefonds Elliott hatte zuvor signalisiert, den von den Käufern angestrebten Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag nur zu unterstützen, wenn diese mindestens den nun genannten Betrag je Anteilschein auf den Tisch legen. Der ursprüngliche Angebotspreis hatte hingegen nur bei 66,25 Euro gelegen. Am Freitag war die Stada-Aktie mit 79,50 Euro und aus dem Xetra-Hauptgeschäft gegangen.

HINTERGRUND

Bain und Cinven hatten zwei Übernahmeversuche gebraucht, um bei dem Bad Vilbeler Hersteller von Nachahmermedikamenten und rezeptfreien Markenprodukten wie Ladival und Grippostad zum Zug zu kommen. Auch der zweite Anlauf verlief zäh, am Ende sicherten sich die beiden Investoren knapp 64 Prozent an dem MDax -Unternehmen.

Um bei Stada durchregieren zu können, will das angelsächsische Duo auf einer ausserordentlichen Hauptversammlung über den Beherrschungsvertrag abstimmen lassen. Bain und Cinven wollen das Stada-Geschäft unter anderem durch Zukäufe ausbauen/he

(AWP)