Pax Anlage schreibt wie erwartet weniger Gewinn - Neuausrichtung vorangetrieben

(Ausführliche Fassung)
25.08.2016 09:56

Basel (awp) - Die Immobiliengesellschaft Pax Anlage hat in den ersten sechs Monaten, wie bereits im August bekannt gegeben, deutlich weniger verdient. Der Zahlenkranz zeigt, dass die beschlossene strategische Neuausrichtung vehement vorangetrieben wird. Mittelfristig will die Gruppe noch mehr auf Bestandesliegenschaften setzen. Eine stabile Dividende aus Mieterträgen ist das Ziel.

Das Unternehmen verbuchte im ersten Semester 2016 wie angekündigt einen deutlich kleineren Halbjahresgewinn von 0,6 Mio CHF nach 12,7 Mio im Vorhalbjahr. Dieses Ergebnis war aber stark geprägt von Einmaleffekten. Die Eigenkapitalquote bleibt mit 62,4% im Vergleich zum Vorjahresende mit 63,2% hoch und der Innere Wert der Gesellschaft blieb ebenfalls praktisch gleich und fiel nur leicht um 1,3% auf 293,4 Mio CHF.

NEUAUSRICHTUNG VORANTREIBEN - STABILE DIVIDENDE ALS ZIEL

Die laufende Transformationsphase habe zur Folge, dass die Ergebnisse nur bedingt vergleichbar seien. Das Resultat spiegle jedoch den Fortschritt der Neuausrichtung, die das Risikoprofil der Gesellschaft im vergangenen Jahr "erheblich verbessert" habe. Zudem widme sich die Gruppe nun nach einer Periode der "Überprüfung und Bereinigungen" vermehrt operativen Bereichen.

Dahingehend konkretisiert die Gruppe ihre mittelfristigen Ziele und plant den Aufbau eines Immobilienportfolio in der Höhe von total 700 Mio CHF. Dieses soll den Angaben nach mindestens zu 80% aus Bestandesliegenschaften und davon je zur Hälfte aus Wohnliegenschaften und kommerziell genutzten Immobilien bestehen. Die Eigenkapitalquote soll trotz des Ausbaus bei mindestens 40% gehalten werden.

Konzentrieren will sich die Gruppe dabei auf die Hauptverkehrsachsen im zentralen, deutschschweizerischen Mittelland. Der angestrebte Zuwachs soll aus eigener Entwicklung aber vor allem über Zukäufe erfolgen, da im aktuellen Marktumfeld die Finanzierung von neuen Liegenschaften zu günstigen Konditionen zu haben sei. Die dafür notwendigen Mittel und die entsprechende Projektpipeline befinde sich bereits im Aufbau. Ziel ist es, mittelfristig aus den Mieterträgen eine stabile Dividende ausschütten zu können, heisst es dazu.

BESTANDSPORTFOLIO GEWACHSEN - STOCKWERKEIGENTUM ABGESTOSSEN

Im Bereich Bestandesliegenschaften kaufte die Gesellschaft im ersten Halbjahr ein Mietobjekt in Küsnacht/ZH. Ausserdem wurden der Strategie entsprechend eine Liegenschaft in Schönenwerd und vier Wohnblöcke in Niederrohrdorf per Ende Juni in den Anlagebestand überführt.

Das Objekt in Schönenwerd sei fertiggestellt und die 57 Wohnungen in Niederrohrdorf befänden sich noch bis Dezember 2016 im Endausbau. Dadurch sei das Bestandesportfolio seit Ende 2015 um rund 70% auf einen Verkehrswert von 151,5 Mio CHF angestiegen. Die Leerstandquote stieg gegenüber dem Vorjahresende (8,1%) auf 18,2%, weil der Zugang zur Liegenschaft in Schönenwerd und deren Erstvermietung noch nicht abgeschlossen sei.

Durch Liegenschaftsverkäufe im Vorjahr und die Zunahme des Vermietungsaufwands reduzierte sich das Segmentergebnis laut Pax Anlage gegenüber der Vorjahresperiode um 34,3% auf 2,1 Mio CHF. Die erwirtschaftete Bruttorendite war mit 6,2% gegenüber Ende 2015 (6,7%) leicht tiefer.

Im Bereich Entwicklungsliegenschaften wurde in der Berichtsperiode der Verkauf von Stockwerkeigentum über insgesamt 60,3 Mio CHF beurkundet, davon 14,4 Mio CHF mit Besitzantritt im ersten Halbjahr 2016. Der Antritt der restlichen 45,9 Mio CHF erfolge im zweiten Halbjahr. Der Verkaufsertrag von Januar bis Juni belief sich laut Pax auf 34,4 Mio CHF. Daraus resultierte ein Segmentergebnis von 1,5 Mio nach 5,1 Mio im Vorjahr.

Trotz des hohen Angebots sei der Bestand an nicht verkauftem Stockwerkeigentum im ersten Halbjahr von 727 auf 437 Einheiten gesunken. In diesem Sektor sei aber mit einem deutlich erhöhten Druck auf die Projektmargen zu rechnen.

Der Bereich Liegenschaftsverwaltung musste volumenbedingt gegenüber der Vorjahresperiode geringere Honorareinnahmen hinnehmen. Die Pax Verwaltungen AG erwirtschaftete den Angaben nach ein Ergebnis von 0,7 Mio CHF nach 0,8 Mio im Vorhalbjahr.

Der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung zeigen sich überzeugt, dass die Neuausrichtung erfolgreich abgeschlossen werde. Das Management rechnet für das laufende Geschäftsjahr zwar mit einem Gewinn unter Vorjahresniveau, aber deutlich über jenem der ersten Jahreshälfte 2016.

sta/gab

(AWP)