Pay-TV-Sender Sky sichert sich weitere Kunden und plant neue Serien

(Ausführliche Fassung) - Die Fantasy-Serie "Game of Thrones" hat dem britischen Pay-TV-Konzern Sky weitere Kunden beschert. Im ersten Geschäftsquartal, das von Juli bis September reicht, seien 160 000 neue Abonnenten hinzugekommen, teilte Sky am Donnerstag mit. Dies seien 51 Prozent mehr als im Vorjahr. 90 000 der Neukunden kamen dabei aus Deutschland und Österreich. Im deutschsprachigen Raum knackte Sky so die Marke von 5 Millionen Kunden.
12.10.2017 12:42

Die US-Serie "Game of Thrones" sei inzwischen die am meisten geschaute Serie auf Sky, sagte Konzernchef Jeremy Darroch. Der Medienkonzern baut aber auch das Angebot an Eigenproduktionen weiter aus. Im Schnitt seien vier Neustarts pro Quartal in diesem Jahr geplant. Am Freitag läuft die in Deutschland produzierte Serie "Babylon Berlin" an.

Konzernweit legten die Erlöse im ersten Quartal um 5 Prozent auf 3,3 Milliarden britische Pfund (3,7 Mrd Euro) zu. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) stieg um 11 Prozent auf 582 Millionen Pfund. Im deutschsprachigen Raum zogen die Umsätze um 8 Prozent auf 495 Millionen Pfund an. Das Ebitda kletterte hierzulande trotz der gestiegenen Kosten für die Übertragungsrechte an Spielen der Fussball-Bundesliga um 35 Prozent auf 23 Millionen Pfund. Die Sky-Aktie lag am Mittag mit 1,5 Prozent im Plus.

Der Pay-TV-Sender steht vor der Übernahme durch Rupert Murdochs 21st Century Fox. Der US-Konzern hält bereits knapp 40 Prozent der Sky-Anteile. Geführt wird er von Ruperts Sohn, James Murdoch, der zugleich im Verwaltungsrat von Sky die Zügel in der Hand hält. Angesichts der geplanten Übernahme sehen einige Investoren wie der einflussreiche Aktionärsberater ISS Murdoch wegen dieser Doppelrolle in einem Interessenkonflikt. Sie wollen eine Wiederwahl auf der am heutigen Donnerstag stattfindenden Hauptversammlung verhindern. Nach Informationen der Nachrichtenagentur Bloomberg dürfte Murdoch aber in seinem Amt als Chairman bei Sky bestätigt werden.

In trockenen Tüchern ist die Übernahme damit aber nicht. Die britischen Behörden hatten Mitte September wegen Wettbewerbsbedenken und auch mit Blick auf die Einhaltung journalistischer Standards eine erneute Prüfung des Deals angeordnet. Das 11,7 Milliarden Pfund schwere Geschäft dürfte sich damit mindestens um sechs Monate verzögern oder könnte möglicherweise ganz scheitern. Schon 2011 hatte der Medien-Mogul vergeblich versucht, die volle Kontrolle über Sky zu erhalten. Damals liess ein Abhörskandal bei der zu seinem Medien-Imperium gehörenden Sonntagszeitung "News of the World" den Plan scheitern./she/nas/men

(AWP)