Peach Property macht mit neuer Strategie Fortschritte

(Zusammenfassung) - Die Immobiliengesellschaft Peach Property hat im Geschäftsjahr 2016 die Gewinnzahlen klar verbessert und im Vermietungsgeschäft an Statur gewonnen. Für das laufende Geschäftsjahr wird ein weiterer Anstieg bei den Mieteinnahmen in Aussicht gestellt. Bezüglich der Wiederaufnahme einer Dividendenausschüttung hält man sich bedeckt. An der Börse kommen die Neuigkeiten gleichwohl gut an.
21.03.2017 16:40

Peach Property hat in den vergangenen Jahren seine Abhängigkeit vom Entwicklungsgeschäft - sprich dem Bau und Verkauf von Eigentumswohnungen - durch den Kauf von Wohnportfolios in Deutschland stark reduziert. Als das Unternehmen Ende 2010 an die Schweizer Börse kam, lag der Fokus noch auf der Entwicklung von Luxusimmobilien.

Damals hatte dieses Marktsegment den Zenit allerdings bereits überschritten - die Vermarktung wurde anspruchsvoller. Zudem ist das Entwicklungsgeschäft mit relativ grossen Risiken behaftet. Generalunternehmer können Pleite gehen, was zu Projektverzögerungen und Mehraufwand führt. Dies ist Peach Property bei den Projekten "H36" in Hamburg und "yoo berlin/Am Zirkus 1" in Berlin passiert; da hatte man viel Geld verloren.

VERMIETUNGSGESCHÄFT WIRD IMMER ZENTRALER

Von der Strategieänderung verspricht sich das Management auch eine Verstetigung der Erträge. Zwar fiel der naturgemäss schwankende Ertrag aus dem Entwicklungsgeschäft 2016 mit 12,8 Mio CHF erneut höher als der Mietertrag aus (+7,3% auf 9,2 Mio CHF).

Allerdings hat Peach Property mit den Stockwerksverkäufen einen Verlust von 6,5 Mio CHF gemacht. Unter anderem sei der Wert der noch zum Verkauf stehenden Wohnungen um 1,5 Mio CHF berichtigt worden, wie Finanzchef Marcel Kucher an der Bilanzmedienkonferenz am Dienstag erklärte. Zudem wurden Preisnachlässe gewährt, wie er zu verstehen gab.

Im Entwicklungsgeschäft sind jedoch einzig noch die beiden Projekte "Wollerau Park" und "Peninsula" in Wädenswil in der Pipeline. Die im Frühling begonnenen Bauarbeiten in Wollerau seien bislang sehr erfreulich vorlaufen, so CEO Thomas Wolfensberger. Knapp 60% der geplanten 46 Wohnungen und zehn Gewerbeeinheiten seien beurkundet, weitere 5% reserviert. Anfang 2018 soll das Projekt abgeschlossen werden.

WEITERE ZUKÄUFE

Im Vermietungsgeschäft will Peach Property hingegen weiter an Statur gewinnen. Einerseits durch weitere Zukäufe. "Dabei haben wir vor allem Portfolios mit 300 bis 1000 Wohnungen im Blick", so Wolfensberger. Kurz- bis mittelfristig will man das Portfolio auf mindestens 5'000 Wohnungen ausbauen (aktuell 4'243). Der Fokus liegt dabei auf Gemeinden im Ballungsgebiet von Grossstädten wie beispielsweise Düsseldorf. "Dort können wir im Vermietungsgeschäft eine viel höhere Rendite erzielen als in der Schweiz."

Auch organisch sieht das Management Potential. Mietzinserhöhungen von im Durchschnitt "10% plus" seien kurzfristig realisierbar, stellte Kucher in Aussicht. Dies notabene ohne grössere Investitionen in den Liegenschaften. Denn man sei mit den Mieten klar unter den aktuellen Marktpreisen. Dies sei für ihn ein entscheidendes Kriterium beim Immobilienkauf, so Wolfensberger.

HÖHERER GEWINN

Unter dem Strich hat Peach Property 2016 einen Überschuss von 10,4 Mio CHF nach 1,2 Mio im Vorjahr erwirtschaftet. Aufgrund der Gewinnsteigerung sowie u.a. der Rückzahlung einer Anleihe stieg die Eigenkapitalquote (nach IFRS) auf 42% am Jahresende von 31% Ende 2015. Für das Geschäftsjahr 2017 wird eine Fortsetzung des "profitablen Wachstums" mit einen Anstieg der Mieteinnahmen erwartet.

Auf die Frage, wann die Dividendenzahlung wieder aufgenommen werde, hielt sich Wolfensberger bedeckt. "Wir haben die Frage selbstverständlich intern diskutiert, aber noch nichts entschieden." Letztmalig wurde für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividende ausgeschüttet.

An der Börse kommen die News gut an. Die eher illiquide Peach-Property-Aktie gewinnt am Dienstagnachmittag 3,3%, während der am SPI gemessene Gesamtmarkt um 0,49% nachgibt. Im Vorjahr war der Titel mit einem Kursplus von fast 40% einer der Überflieger an der SIX.

cp/ra

(AWP)