Pfund-Verfall nach Brexit-Votum macht Billig-Airline Wizz Sorgen

London (awp/sda/reu) - Der Pfund-Verfall nach dem Brexit-Votum trifft die osteuropäische Billigfluggesellschaft Wizz Air. Das Geschäft in Grossbritannien werde nach dem dortigen Referendum für einen EU-Austritt im laufenden Geschäftsjahr nur noch um 15 Prozent wachsen, teilte das Unternehmen aus Budapest am Mittwoch mit.
20.07.2016 12:51

Bisher hatte Wizz 30 Prozent angepeilt, was vier zusätzlichen Flugzeugen entsprochen hätte. Hintergrund ist, dass der Konzern in Euro bilanziert. "Jedes Pfund Umsatz, das wir machen, wird in Euro umgerechnet; und es sind 19 Prozent weniger in Euro als letztes Jahr", sagte Airline-Chef Jozsef Varadi.

Dennoch bekräftigte das Unternehmen, das an der Londoner Börse gelistet ist, im laufenden Geschäftsjahr bis Ende März 2017 einen Nettogewinn von 245 bis 255 Millionen Euro einfliegen zu wollen. Das würde einem Zuwachs von mindestens 27 Prozent entsprechen.

Die British-Airways-Mutter IAG und Easyjet hatten dagegen nach dem überraschenden Brexit-Votum Gewinnwarnungen herausgegeben. Viele Ökonomen rechnen nun mit einer Rezession auf der Insel.

Wizz-Chef Varadi sagte, die Nachfrage habe sich bislang nicht eingetrübt. Dies könne sich aber ändern. Das schwächere Pfund könne einige Briten von Reisen abhalten, mache das Land aber zugleich als Ferienziel für Ausländer attraktiver.

(AWP)