Pharma und Krankenkassen verständigen sich auf Rabattmodelle für Krebstherapien

Zürich (awp) - Angesichts massiv steigender Kosten für neue Krebstherapien haben sich die grossen Krankenkassen Helsana und CSS sowie Vertreter der Pharmaindustrie informell auf neue Bewertungsmodelle für teure Krebstherapien mit mehreren Wirkstoffen verständigt. Prinzipiell sollen sich die Preise nach dem Zusatznutzen richten, den die neuen Therapien für die Patienten erzielen. "Eins und eins ergibt hier eben nicht zwei, sondern vielleicht 1,3", sagte eine Vertreterin der Helsana zur "NZZ am Sonntag".
06.11.2016 15:11

Auch der Pharmakonzern Roche plädiert für "Vernunft" bei den Preisen. "Der entstehende Mehrnutzen ist in der Regel keine Verdoppelung der Verbesserung", wird Roche-Manager Remo Christen zitiert. Das Bundesamt für Gesundheit habe inzwischen vier Kombinationstherapien zugelassen, für die die Pharmafirmen den Krankenkassen teilweise 40% Rabatt auf den zusammengerechneten Einzelpreisen vergüten würden.

Trotzdem werden die Kosten für die neuen Therapien laut dem Bericht steigen, weil Patienten länger leben und sie bei mehr Patienten wirken würden. Im letzten Jahr betrugen die Ausgaben der Krankenkassen für Krebstherapien 584 Mio CHF, heisst es weiter.

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(AWP)