Pharmakonzern Valeant will Partnerschaft mit Walgreens auf neue Beine stellen

LONDON (awp international) - Der unter Druck stehende kanadische Pharmakonzern Valeant will einem Pressebericht zufolge den Vertrag mit seinem Partner Walgreens ändern. Da der Verkauf von Medikamenten über die US-Drogerie- und Apothekenkette den Kanadiern Verluste einbringe, sollen die Rahmendaten geändert oder die Partnerschaft beendet werden, schreibt die "Financial Times" (Donnerstag) mit Verweis auf mit der Sache vertraute Personen. Erst am Dienstag hatte der neue Vorstandschef Joseph Papa den Markt mit einer Gewinnwarnung geschockt - die dritte innerhalb von sechs Monaten.
09.06.2016 08:58

Dem Bericht zufolge löst Walgreens Rezepte für die Top-Produkte von Valeant ein, bevor klar ist, ob die Versicherer die Rechnungen dafür übernehmen. Das führe bei Valeant zu Verlusten, hatte Papa am Dienstag erklärt. Als sich Valeant vor einem Jahr mit Walgreens auf die Kooperation geeinigt hatte, war der Deal als positiv eingestuft worden, denn zuvor hatten die Kanadier die Partnerschaft mit einer Versandapotheke nach einem Bilanzierungsskandal beendet. Walgreens hatte dagegen eine viel bessere Reputation.

Walgreens handelte den Informationen zufolge aber Provisionen für den Verkauf von Valeant-Produkten aus, die auch anfallen, wenn die Versicherer nicht zahlen. Bei einem Viertel der Produkte gebe es keine vorherige Zustimmung der Versicherung, heisst es den Kreisen zufolge. Papa wolle in den kommenden Monaten eine Änderung des Vertrages herbeiführen oder diesen anderenfalls beenden.

Der Manager Papa war erst Anfang Mai vom irischen Gesundheitskonzern Perrigo auf den Valeant-Chefsessel gewechselt. Sein erst kurz zuvor nach einem krankheitsbedingten Aus zurückgekehrter Vorgänger Mike Pearson hatte nach einer Reihe von Misserfolgen den Platz freigemacht. Valeant hatte im Februar Fehler bei der Rechnungslegung eingeräumt./nmu/stw/fbr

(AWP)