Phoenix Mecano mit leichtem Umsatzwachstum nach neun Monaten

(Zusammenfassung)
26.10.2016 12:37

Stein am Rhein/SH (awp/sda) - Ein schwieriges Marktumfeld vor allem in Europa hat das Umsatzwachstum beim Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano abgebremst. Dank einem wachsenden asiatischen Markt steigerte sich der Umsatz in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreswert dennoch um 3,2% auf 434,5 Mio EUR.

Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz um 5% gewachsen. Der Auftragseingang legte mit 0,6% nur leicht zu, wie das Unternehmen am Mittwoch mitteilt. Der Betriebsgewinn kletterte um 7,1% auf 28,9 Mio EUR. Der Reingewinn liegt mit 19,2 Mio gegenüber der Vorjahresperiode 9,1% im Plus.

Auf das dritte Quartal bezogen hat sich der Umsatz im Vergleich zum Vorjahresquartal um 2% auf 142,1 Mio EUR erweitert, dies vor allem dank der Akquisition der deutschen Ismet im vergangenen Juni. Organisch wäre der Umsatz zurückgegangen, wie VR-Präsident Benedikt Goldkamp gegenüber AWP erklärte.

EINMALEFFEKTE BELASTEN GEWINN

Der Betriebsgewinn reduzierte sich allerdings um 21,1% auf 8,3 Mio EUR, was teilweise auf Einmaleffekte zurückzuführen ist. Unter dem Strich blieben 5,5 Mio EUR, mehr als ein Viertel weniger als im Vorjahresquartal. Goldkamp begründete den Gewinnrückgang gegenüber AWP einerseits mit dem organisch tieferen Umsatz und den in allen drei Divisionen geringeren Margen, andererseits mit Einmaleffekten durch Rationalisierungs- und Integrationskosten in der Sparte Elcom/Ems, wo Ismet angesiedelt ist. Er sieht aber keine negative Trendwende: "Die hohe Zunahme der Bestellungen im dritten Quartal spricht dagegen", sagte er.

Die drei Sparten - Mechanische Komponenten, Gehäusetechnik und ELCOM/EMS - entwickelten sich deutlich unterschiedlich. So profitierte die grösste Sparte Mechanische Komponenten von der stärkeren Nachfrage nach modernen hochflexiblen Produktionskonzepten und ergonomischen, elektrisch verstellbaren Komfort- und Pflegemöbeln. Der Erlös ist im dritten Quartal nochmals angestiegen und beläuft sich über die neun Monate auf 209,4 Mio EUR, ein Plus von 3,6% gegenüber dem Vorjahreswert.

Wegen der allgemein gedämpften Investitionsbereitschaft im grössten Markt Europa entwickelte sich der Umsatz im Bereich Gehäusetechnik im dritten Quartal rückläufig. Auch der wichtigste europäische Abnehmer Deutschland zeigte zuletzt Abschwächungstendenzen. Im Zeitraum von Januar bis September ergibt sich damit ein Umsatz von 132,1 Mio EUR, was gegenüber dem Vorjahr einem Nullwachstum entspricht.

Die kleinste Sparte ELCOM/EMS verzeichnete zwar ein Umsatzplus von 7,3% auf 93 Mio EUR. Akquisitionsbereinigt setzte der Bereich allerdings 0,8% weniger ab. Die Neuausrichtung des Bereichs ist jedoch weiterhin auf Kurs, heisst es weiter. Dies bestätigen auch deutlich anziehende Auftragseingänge, welche jedoch teilweise erst 2017 umsatzrelevant werden.

MARGENPROGNOSE PRÄZISIERT

Das Marktumfeld sei herausfordernd. Aufgrund geopolitischer Risiken ist die Stimmung bei den Kunden in den entsprechenden Geschäftsregionen gedämpft, weswegen das Unternehmen in neue Absatzkanäle investiert.

Neben notwendigen Restrukturierungsmassnahmen gehörten dazu im laufenden Jahr auch Ergänzungsakquisitionen zur Stärkung des Produktportfolios und zur Erreichung der marktnotwendigen kritischen Masse. Die mit diesen Massnahmen in Zusammenhang stehenden Kosten werden das Jahresergebnis 2016 belasten. Deshalb präzisiert das Unternehmen die bisherige Prognose für das Gesamtjahr 2016: Es sei mit einem Betriebsergebnis "am unteren Rand" der bisher genannten Zielspanne von 34 bis 40 Mio EUR zu rechnen.

An der Börse werden die Zahlen mit einem Minus von gut 5% bestraft, dies in einem schwächeren Gesamtmarkt.

cf

(AWP)