Poenina Holding plant Börsengang an der Schweizer Börse

(Zusammenfassung) - Die Gebäudetechnikgruppe Poenina plant den Gang an die Schweizer Börse. Mit dem Geld aus dem Börsengang will die Gruppe, die auch im Dachdecker- und Spenglereigeschäft tätig ist, weitere Firmen kaufen.
20.10.2017 11:40

Die Gruppe ist seit der Gründung durch den Walliser Unternehmer Jean Claude Bregy im Jahre 2010 durch zahlreiche Akquisitionen gewachsen. Derzeit besteht die Poenina-Gruppe mit Hauptsitz im zürcherischen Opfikon aus neun Gesellschaften und ist mit rund 450 Mitarbeitern an zehn Standorten in der Deutschschweiz präsent.

Mit dem Börsengang soll insbesondere neues Kapital für weitere Übernahmen beschafft werden. "Wir beabsichtigen weitere Unternehmen mit einer starken lokalen Verankerung zu akquirieren und unseren Marktanteil in einem fragmentierten Markt zu erhöhen", wird Poenina-CEO Jean Claude Bregy in der Mitteilung zitiert. Gleichzeitig könne mit dem IPO auch die Bekanntheit der Gesellschaft gesteigert werden, so Verwaltungsratspräsident Marco Syfrig.

Beim Börsengang sollen sowohl neue wie auch bestehende Aktien der Gesellschaft platziert werden. 850'000 Aktien sollen im Publikum gestreut werden, wovon 500'000 Aktien neu geschaffen werden und bis zu 350'000 Aktien aus dem bisherigen Bestand von Poenina-Chef Bregy stammen, wie eine Sprecherin auf Anfrage sagte. Bregy hält derzeit 78,5% an dem Unternehmen. Weitere Aktionäre sind Verwaltungsratspräsident Marco Syfrig, Finanzchef Fotios Michos, Urs Ledermann, Willy Hüppi und Hansjörg Ziegler.

Nach dem IPO wären gemäss Angaben von Poenina insgesamt 2,5 Mio Aktien ausstehend, davon dann bis zu einem Drittel im Streubesitz.

ANGESTREBTES KAPITALVOLUMEN NOCH UNGEWISS

Wie viel Kapital mit dem IPO aufgenommen werden soll, gibt Poenina noch nicht bekannt. Auch genaue Angaben zum Zeitpunkt des Börsengangs gibt es noch nicht. Auf Anfrage sagte eine Sprecherin lediglich, dass das IPO "in absehbarer Zeit" erfolgen werde. Lead Manager des Börsengang ist die Zürcher Kantonalbank.

Konzeptionell gleicht Poenina der seit 2008 an der Schweizer Börse kotierten Elektroinstallionsgesellschaft Burkhalter. Wie Burkhalter setzt auch Poenina auf lokal gut verankerte Installationsbetriebe und will in einem stark fragmentierten Markt mit Zukäufen reüssieren. Und es gibt auch personelle Parallelen: Poenina-Verwaltungsratspräsident Syfrig ist Chef der Burkhalter-Gruppe.

Im einzelnen besteht der Poenina-Konzern aus sieben lokal verankerten Installationsfirmen sowie einem Ingenieurunternehmen und einer Verwaltungseinheit mit Sitz in Opfikon. Zur Gruppe gehören etwa die Adliswiler Elsener Klima AG, die vorwiegend im Kanton Aargau tätige Demuth AG oder die im Kanton Schwyz verankerte Hans Ziegler AG. Die Unternehmen von Poenina sind hauptsächlich auf die Installation von Sanitäranlagen, Heizungen und Klimaanlagen respektive auf Dächer und Spenglereiarbeiten spezialisierte Betriebe. Insgesamt hat die Poenina-Gruppe im vergangenen Jahr einen Umsatz von 114,4 Mio CHF und einen Betriebsgewinn EBIT von 7,8 Mio CHF erzielt.

BÖRSE ERHÄLT WEITEREN ZUWACHS

Mit der Kotierung bekommt die Schweizer Börse weiteren Zuwachs: In diesem Jahr haben bereits fünf Börsengänge stattgefunden. Zuletzt nahm der Zuger Stromzählerproduzent Landis+Gyr den Handel auf. Dies war mit einem Platzierungsvolumen von 2,3 Mrd CHF der drittgrösste Börsengang hierzulande seit der Jahrtausendwende.

jr/

(AWP)