Post verzeichnet im ersten Halbjahr klar rückläufigen Konzerngewinn

Bern (awp) - Die Schweizerische Post hat im ersten Halbjahr 2016 einen leicht höheren Betriebsertrag, gleichzeitig aber einen tieferen Konzerngewinn erwirtschaftet. Auch PostFinance musste Einbussen hinnehmen.
25.08.2016 09:46

Für die Periode von Januar bis Juni 2016 weist der Konzern einen 1,2% höheren Betriebsertrag von 4,15 Mrd CHF aus. Das Betriebsergebnis lag mit 383 Mio hingegen um fast ein Viertel unter dem Vorjahreswert, und der Konzerngewinn fiel um rund ein Fünftel auf 313 Mio CHF. Der Geschäftsverlauf sei vom anhaltenden Volumenrückgang bei Briefen, vom steigenden Margendruck bei Paketen und vom tiefen Zinsniveau im Finanzdienstleistungsmarkt geprägt gewesen, teilte der Konzern am Donnerstag mit.

Im Kommunikationsmarkt erwirtschaftete die Post ein Betriebsergebnis von 94 Mio CHF (VJ: 137 Mio). Der verschärfte Rückgang des Ergebnisses von Poststellen und Verkauf sei primär auf einen neuen internen Leistungsauftrag des Konzernbereichs zurückzuführen, heisst es. Auch im Logistikmarkt wurde ein tieferes Betriebsergebnis erzielt: Es sank auf 52 Mio von 65 Mio. Grund für den Rückgang sei der angepasste interne Leistungsauftrag des Konzernbereichs. Besser als im Vorjahr schnitt dagegen der Bereich Personenverkehrsmarkt ab. Das Betriebsergebnis stieg hier um 2 Mio auf 21 Mio CHF.

Einbussen verzeichnete ebenso die PostFinance. Die im Finanzdienstleistungsmarkt aktive Post-Tochter erwirtschaftete ein Betriebsergebnis (EBIT) von 237 Mio (VJ: 280 Mio). Der Rückgang begründe sich vor allem mit höheren pauschalen Portfoliowertberichtigungen auf Finanzanlagen (-79 Mio), während im Vorjahrsemester Portfoliowertaufholungen (30 Mio) verbucht worden waren. Im Zinsdifferenzgeschäft wiederum sei der Erfolg aufgrund mangelnder rentabler Anlageopportunitäten um 17 Mio tiefer ausgefallen, so die Post. Dieser Trend werde sich im laufenden Jahr fortsetzen. Gewinne aus dem Verkauf von Aktienbeständen konnten laut Mitteilung den Ergebnisrückgang teilweise kompensieren.

Das Kundenvermögen sei sowohl bei den Privatkunden als auch bei den Geschäftskunden gestiegen, womit die Giroguthaben von PostFinance bei der Schweizerischen Nationalbank über der Freigrenze lägen, heisst es weiter in der Mitteilung. Der Nachteil, dass PostFinance nicht selbständig Kredite und Hypotheken vergeben könne, werde sich weiter akzentuieren. Entsprechend heisst es in der Mitteilung: "Im aktuellen Negativzinsumfeld zeigt sich deutlich, dass das Kreditverbot wirtschaftlich schädlich ist und die nachhaltige Profitabilität von PostFinance gefährdet."

pen/uh

(AWP)