Postbank will Girokonto-Reform und papierlose Anträge

(Ausführliche Fassung)
29.07.2016 15:21

BONN/FRANKFURT (awp international) - Die Deutsche Bank-Tochter Postbank will angesichts der dauerhaften Niedrigzinsen mit mehr digitalen Anwendungen und einer Reform des kostenlosen Girokontos effizienter werden. Die Bank werde weiter konsequent ihre Hausaufgaben machen, sagte Vorstandschef Frank Strauss am Freitag zur Vorlage der Halbjahreszahlen. Der Konzerngewinn schrumpfte im ersten Halbjahr auf 141 Millionen Euro (2015: 238 Millionen).

Strauss hatte schon mehrfach angekündigt, möglicherweise nur noch bestimmte Dienstleistungen beim Girokonto kostenlos anzubieten. Die Änderungen sollen noch in diesem Jahr kommen. Schon Ende August sollen Kunden die Möglichkeit bekommen, voll digital ohne Papierantrag ein Konto bei der Postbank zu eröffnen, wie ein Sprecher sagte. Sie legitimieren sich dabei in einem zertifizierten Verfahren per Video, falls ihr Computer über eine Kamera verfügt. Die Bank will den Papiereinsatz verringern, um schneller zu werden und Kosten zu sparen.

Aktuell hat die Postbank rund 14 Millionen Kunden und etwa 19 000 Mitarbeiter. Vor knapp acht Jahren war die Deutsche Bank bei dem Bonner Unternehmen eingestiegen. Seit 2015 prüft die Deutsche Bank, das kleinere Kreditinstitut wieder auszugliedern. Der Verkauf könnte sich aber hinziehen. Vor kurzem deutete Deutsche Bank-Finanzvorstand Marcus Schenck an, dass es bis zum Verkauf noch dauern könnte./maf/rs/DP/she

(AWP)