Postfinance soll mit angekündigtem Stellenabbau begonnen haben

Die Postfinance gab im November vor einem Jahr bekannt, sich neu ausrichten und entsprechend den Personalbestand reduzieren zu wollen. Jetzt soll die Tochter der Post offenbar mit der Umsetzung dieser Pläne beginnen, wie "Blick" in einem Artikel vom Donnerstag (Ausgabe vom 21. September) schreibt. Ein Konsultativverfahren soll am Donnerstag anlaufen, um die geplanten Massnahmen im nächsten Jahr umsetzen zu können.
21.09.2017 08:25

An neun Standorten - zwei in St. Gallen, Netstal, Münchenstein, Bellinzona, Bulle, Zofingen, Kriens und Bern - seien am Dienstag 500 Postfinance-Mitarbeiter über ihre Zukunft orientiert worden, so die Zeitung.

Allein im Jahr 2018 seien gegen 460 Mitarbeitende in der ganzen Schweiz direkt vom Umbau betroffen, schreibt Blick weiter. Nächstes Jahr müssten etwa 40 Personen (Vollzeitstellen) mit einer Kündigung rechnen. Mehrere Hundert Angestellte würden eine sogenannte Änderungskündigung erhalten, weil sie etwa den Arbeitsort wechseln müssten. Zudem müssten einige Mitarbeitende mit Lohneinbussen rechnen.

Postfinance wolle auch Überkapazitäten von mehr als zehntausend Quadratmetern an Büroflächen abbauen. Zur Disposition stehen gemäss Blick die Kontaktcenter Kriens und Münchenstein. Diese sollen im Sommer 2018 geschlossen werden. Mitarbeitende des Kontaktcenters St. Gallen, das ebenfalls geschlossen werde, müssten demnach im nächsten Jahr im Kontaktcenter Netstal arbeiten.

Im weiteren will Postfinance gemäss Angaben der Zeitung die gesamte Belegverarbeitung an die Posttochter Swiss Post Solutions auslagern. Davon betroffen seien gegen 120 Mitarbeitende.

Im November 2016 hatte Postfinance angekündigt, sich mit einer neuen Organisationsstruktur auf das schwierige Marktumfeld neu ausrichten zu wollen. Darüber, dass es dabei bis 2020 zu einem Abbau bei den damals 3'622 Stellen kommen werde, machte das Management kein Geheimnis. Wie viele Mitarbeitende davon effektiv betroffen sein würden, wurde aber offen gelassen.

Die neue Struktur wurde im Frühjahr 2017 implementiert und gilt seit Juli. Gemäss Blick will die Geschäftsleitung im November 2017 über das weitere Vorgehen informieren.

sig/cf

(AWP)