Preisdruck und Dollarschwäche machen Novo Nordisk zu schaffen - Ausblick gesenkt

Negative Währungseffekte und harte Preisverhandlungen in den USA lasten auf dem dänischen Insulinhersteller Novo Nordisk . Das Unternehmen schraubte seine Ziele für das laufende Jahr herunter. Konzernchef Lars Fruergaard Jørgensen sprach am Mittwoch von einem harten Wettbewerbsumfeld; das Unternehmen halte mit neuen Produkten und Kostenkontrolle dagegen.
09.08.2017 09:18

Zwar geht Novo Nordisk wegen der guten Nachfrage nach seinen Produkten gegen Diabetes und Übergewicht in diesem Jahr von höheren Verkäufen aus als noch im Mai vermutet. Um Währungseffekte bereinigt dürften sie um bis zu 3 Prozent zulegen, wie das Unternehmen am Mittwoch in Bagsvaerd mitteilte. Unter anderem wegen des schwächeren Dollars rechnet der Konzern letztlich allerdings damit, dass der Umsatz um bis zu 2 Prozent geringer ausfällt als ein Jahr zuvor.

Auch gewinnseitig macht dem Unternehmen die ungünstige Entwicklung der Währungen zu schaffen: So hatte der Dollar zuletzt deutlich an Wert verloren, was Novo Nordisk angesichts der Bedeutung des US-Markts zu schaffen macht. Beim operativen Gewinn vor Zinsen uns Steuern (Ebit) könnte es nun ebenfalls im schlimmsten Fall zu einem Rückgang von bis zu 3 Prozent kommen. Vorher war ein Plus von bis zu 4 Prozent erwartet worden.

Von April bis Juli legten die Umsätze noch um 4 Prozent auf 28,64 Milliarden Dänische Kronen (rund 4 Milliarden Euro) zu. Auch beim operativen Gewinn (Ebit) kam es zu einem Plus von 7 Prozent auf rund 13,4 Milliarden Kronen. Am Nettogewinn hat sich mit rund 10 Milliarden Kronen im Vergleich zum Vorjahr nichts geändert. Insgesamt waren von der Nachrichtenagentur Bloomberg befragte Analysten jeweils von etwas weniger ausgegangen.

Die Dänen haben schon seit längerem mit Gegenwind in ihrem grössten Markt USA zu kämpfen. In den Vereinigten Staaten stehen die Preise für Insulin und Wachstumshormone unter Druck, ausgelöst durch die Konkurrenz von Generika-Herstellern, aber auch von Rabatten, die mächtige Patientenvertretungen aushandeln. Zwar seien die Rabattverhandlungen für das kommende Jahr noch nicht abgeschlossen, erklärte Novo Nordisk, es zeichne sich aber bereits ab, dass die erzielbaren Durchschnittspreise gegenüber 2017 sinken würden./kro/das/stb

(AWP)