Presse: ABB-Investor Cevian sucht Käufer für Stromnetzsparte

(Meldung um Schlusskurs ergänzt)
28.09.2016 18:19

Zürich (awp) - Der ABB-Investor Cevian ist bereits auf der Suche nach "strategischen Käufern" für die Power Grids Sparte des Industriekonzerns. Wie das schwedische Wirtschaftsmedium "Dagens Industri" am Mittwoch unter Berufung auf anonyme Quellen schreibt, peilt der Grossinvestor gar nicht die Kotierung zweier separater Gesellschaften an, sondern eine Abspaltung der Stromnetzsparte, um diese in Teilen zu veräussern.

Es gebe bereits verschiedene Interessenten für die Spartenteile, heisst es im Bericht. Neben chinesischen und westlichen Konkurrenten wie etwa Siemens zählten auch Private-Equity-Firmen zu den Interessenten.

Entgegen zuvor kommunizierten Plänen seitens Cevian, die einen Börsengang zweier unabhängigen Gesellschaften vorsehen, ist nun von einer "versteckten Agenda" des Investors die Rede. Cevian, der zweitgrösste Aktionär von ABB, drängt den Industriekonzern seit geraumer Zeit zur Ausgliederung der Stromnetzsparte. Aufgrund einer zu hohen Diversifizierung sei ABB zu komplex und Cevian erhofft sich von der Trennung eine Wertsteigerung für die Aktionäre.

Cevian spreche zwar von einem Spin-off des Stromnetzes. Dies sei aber nur ein Vorwand um die Auflösung der gesamten Sparte zu erreichen, so der Bericht weiter. Das Ziel sei ein Verkauf der Mehrheit der Sparte, wird die Quelle in der Zeitung zitiert.

ABB hatte sich erst in der vergangenen Woche von einem kleinen Teil der Stromnetz-Sparte getrennt. Das Geschäft mit Hochspannungskabeln mit einem Jahresumsatz von 524 Mio USD geht an den dänischen Stromkabel-Hersteller NKT Cables. Der Verkauf soll im ersten Quartal 2017 abgeschlossen sein. Aber auch nach diesem Teilverkauf will ABB offensichtlich am Grossteil seiner Stromnetz-Sparte festhalten.

Seitens ABB hiess es, dass man den Zeitungsbericht nicht kommentiere und die Überprüfung der Unternehmensstruktur abgeschlossen sei. Am Investorentag nächsten Dienstag werde man darüber informieren.

Eine strategische Überprüfung habe das Ergebnis gebracht, dass der Verbleib des Bereichs im Konzern Wert für die Aktionäre schaffe, hatte das "Manager Magazin" unter Berufung auf Unternehmenskreise erst jüngst berichtet. Statt die Stromnetztechnik abzuspalten, wolle ABB für die Sparte mit 11,6 Mrd USD Umsatz und 37'000 Beschäftigten ein Umbauprogramm starten.

An der Börse hat der Zeitungsbericht wenig Aufhebens ausgelöst. Die ABB-Titel sind mit einem Plus von 0,5% bei 21,88 CHF aus dem Handel gegangen. Sie sind dem gesamtmarkt, gemessen am SLI (+0,66%) damit etwas hinterhergelaufen.

sta/ra

(AWP)