Presse: Arzyta bekommt Schützenhilfe von Glass Lewis bei Kapitalerhöhung

Aryzta erhält laut der Nachrichtenagentur Reuters Rückendeckung für seine umstrittene Kapitalerhöhung: Der Stimmrechtsberater Glass Lewis empfehle den Aktionären des Backwarenkonzerns ein Ja zu der 800 Millionen Euro schweren Kapitalspritze.
19.10.2018 11:32

Es gebe keine materiellen Bedenken gegen den Plan, zitierte Reuters die Glass-Lewis-Berater am Freitag. Aryzta hatte die Kapitalerhöhung Mitte August angekündigt. Damit will das Management die finanzielle Situation des Konzerns stabilisieren und sich die nötige Bewegungsfreiheit verschaffen, um die geplanten Kostensenkungsmassnahmen und Devestitionen vorzunehmen.

Doch inzwischen hat sich Widerstand gegen diese Pläne formiert. Grossaktionär Cobas, der mit 14,5 Prozent an Aryzta beteiligt ist, drängt auf eine halb so grosse Kapitalerhöhung. Und auch der Stimmrechtsberater ISS stellt sich gegen die Pläne: ISS empfiehlt den Aktionären, gegen den Vorschlag des Verwaltungsrates zu stimmen. Sowohl ISS als auch Glass Lewis gelten als einflussreiche Stimmrechtsberater. Zahlreiche Fonds, Pensionskassen und Vermögensverwalter orientieren sich an ihren Empfehlungen.

Die Unternehmensspitze von Aryzta beharrt derweil auf ihren Plänen. Sie bezeichnete die Kapitalerhöhung in der geplanten Höhe als den einzig gangbaren Weg, das Unternehmen zu entschulden und einen Turnaround zu bewerkstelligen. Sie sei im besten Interesse aller Beteiligten, betonte Aryzta vor zwei Tagen. Die Aktionäre sollen am 1. November an der ausserordentlichen Generalversammlung über das Vorhaben entscheiden. Sollten die Aktionäre gegen die Kapitalerhöhung stimmen, will Cobas eine ausserordentliche Generalversammlung einberufen.

Aryzta ist 2008 aus der Fusion des Tiefkühlgipfeli-Herstellers Hiestand mit der irischen IAWS hervorgegangen. Wegen der miserablen Geschäftszahlen kam es in den letzten zwei Jahren zu einem grossen Köpferollen im Management. Dieses kam zum Schluss, dass eine Gesundung aus eigener Kraft viel länger dauern würde als geplant. Die Geduld der Aktionäre nimmt jedoch ab: Seit Anfang Jahr ging es beim Aktienkurs um drei Viertel bergab.

tt/ys

(AWP)

 
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