Presse: Audi mit Softwaresteuerungen im gesetzlichen Graubereich

INGOLSTADT/BERLIN (awp international) - Die VW -Konzerntochter Audi sieht sich Medienberichten zufolge mit dem Vorwurf konfrontiert, Motor-Softwaresteuerungen im gesetzlichen Graubereich verwendet zu haben. Nach Informationen von NDR, WDR und "Süddeutscher Zeitung" soll Audi Emissionswerte bei offiziellen Messungen auf dem Prüfstand bei mehreren Modellen mit spezieller Software gesenkt haben. Die Medien berufen sich dabei auf ein Dokument, das in dieser Woche vom Rechtswesen bei VW erstellt worden sein soll. Zuletzt hatte die "Bild am Sonntag" am vergangenen Wochenende über neue Vorwürfe gegen Audi in der Abgasaffäre berichtet.
11.11.2016 21:52

"Aufgrund der laufenden Gespräche mit den Behörden in den USA können wir uns lediglich zu der Situation in Europa äussern", teilte ein VW-Sprecher am Freitag auf Anfrage dazu mit. "Gegenüber dem Kraftfahrtbundesamt (KBA) als zuständiger europäischer Genehmigungsbehörde hat die Audi AG die technischen Hintergründe zu adaptiven Schaltprogrammen erläutert und technische Informationen zur Verfügung gestellt. Weitere Gespräche mit dem KBA werden folgen."

Im normalen Fahrbetrieb unterstützten diese lernenden Systeme den Fahrer, indem sie die Schaltpunkte an die jeweilige Fahrsituation optimal anpassten, heisst es weiter in der Stellungnahme. "Adaptive Schaltprogramme können bei Prüfstandsmessungen zu verfälschten und nicht reproduzierbaren Ergebnissen führen." Hierauf sei im Prüfbetrieb bei allen Herstellern zu achten./sba/DP/he

(AWP)