Presse: Bayer-Grossaktionäre wollen bei Monsanto-Kauf mitreden

DÜSSELDORF (awp international) - Im Ringen um geplante Übernahme des US-Saatgutriesen Monsanto durch Bayer fordern Investoren einem Pressebericht zufolge ein Mitspracherecht ein. Die Grossaktionäre des Leverkusener Konzerns pochen auf die Einberufung einer ausserordentlichen Hauptversammlung, wie das "Handelsblatt" am Montag berichtete. In einem Brief an Bayer-Aufsichtsratschef Werner Wenning, der dem Blatt nach eigenen Angaben vorliegt, drängt die britische Fondsgesellschaft Henderson Global Investors darauf, dass den Aktionären die Möglichkeit gegeben wird, über den Kauf abzustimmen.
18.07.2016 08:49

Henderson und andere Aktionäre seien besorgt darüber, dass durch die teure Monsanto-Übernahme andere Zukäufe im Arzneigeschäft eingeschränkt würden, hiess es. Die Fondsgesellschaft, die einer der grössten institutionellen Bayer-Investoren ist, sei nicht davon überzeugt, dass der Deal Wert schaffen werde.

Bayer hatte im Mai 62 Milliarden US-Dollar oder 122 Dollar je Aktie geboten, was vom Monsanto-Management aber als zu niedrig zurückgewiesen worden war. Vergangene Woche stockte Bayer die Offerte auf 125 Dollar je Aktie auf. Die Amerikaner wollen das Angebot nun prüfen. Eine weitere Anhebung sei nicht auszuschliessen, so das Blatt. Monsanto zu überzeugen, werde Bayer erst bei einer Offerte ab 130 Dollar je Anteilsschein gelingen, zitierte die Zeitung einen nicht näher genannten Investor.

Zuletzt soll Monsanto Kreisen zufolge die Suche nach Alternativen zum Bayer-Deal forciert haben. So sollen die Amerikaner Gespräche mit dem Bayer-Konkurrenten BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrarchemie-Sparten wieder aufgenommen haben./she/enl/das

(AWP)