Presse: Beteiligung von 25 Prozent an Deutscher Bank 'reine Fantasie'

(Aktualisierte Fassung)
20.10.2016 22:00

FRANKFURT (awp international) - Die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" hat die Hoffnung der leidgeprüften Deutsche-Bank-Aktionäre auf eine kräftige Geldspritze für das Institut gedämpft. Zwar sei die katarische Herrscherfamilie durchaus bereit sei, sich an einer möglichen Kapitalerhöhung der Deutschen Bank zu beteiligen, hiess es in einer am Donnerstagabend verbreiteten Vorabmeldung. Entsprechendes hatte zuvor das "Manager Magazin" unter Berufung auf Bankenkreise berichtet. Eine Beteiligung von 25 Prozent zusammen mit anderen Investoren sei aber "reine Fantasie", wird in der "FAZ"-Meldung eine mit den Vorgängen vertraute Person zitiert. Auch hätten die Katarer deutlich gemacht, dass sie mit dem aktuellen Management um Vorstandschef John Cryan zufrieden seien.

Dem "Manager Magazin" zufolge stehen bei einer möglichen Kapitalerhöhung neben den bisherigen Grossaktionären aus der katarischen Herrscherfamilie Al-Thani auch die Staatsfonds aus Katar und Abu Dhabi bereit. Zudem sei auch ein Investor aus China willens, Aktien zu zeichnen. Zusammen wollten die Investoren ihren Anteil auf bis zu 25 Prozent schrauben. Bereits Anfang des Monats hatte der "Spiegel" über ein solches Interesse von Grossanlegern berichtet.

Dem Aktienkurs der Bank hatte die Meldung gut getan. Zum Schluss des Xetra-Hauptgeschäfts lag das Institut am Donnerstag mit einem Aufschlag von fast vier Prozent auf dem zweiten Platz im Dax . Anleger scheinen lieber dem Magazin-Bericht Glauben schenken zu wollen. Im New Yorker Geschäft gab der Kurs der Deutsche-Bank-Aktie kurz vor dem dortigen Handelsschluss nur etwas von seinen Gewinnen ab und notierte knapp vier Prozent höher.

Dem Institut droht in den USA eine Rekordstrafe von 14 Milliarden Dollar (aktuell gut 12,5 Mrd Euro) in Vergleichsverhandlungen um Hypothekengeschäfte aus Zeiten vor der Finanzkrise. Die Bank hatte sich zuletzt zwar entschlossen gezeigt, die Summe noch erheblich zu drücken. Dennoch sind Anleger verunsichert. Die Befürchtung ist gross, die Rückstellungen des Dax-Konzerns könnten für die drohende Strafzahlung nicht reichen - zumal der US-Fall nicht das einzige juristische Problem ist.

Die Al-Thanis halten über zwei Investmentvehikel zusammen mit Optionen bereits rund zehn Prozent der Anteile an der Deutschen Bank. Sie hatten zuletzt bereits mit dem Rechtsanwalt Stefan Simon einen Vertrauten für den Aufsichtsrat vorschlagen dürfen. Laut "Manager Magazin" wollen die arabischen Investoren die Bank zum Festhalten am Investmentbanking bewegen. Allerdings sollen sie mit Vorstandschef John Cryan unzufrieden sein, schreibt das Magazin. Die Bank äusserte sich nicht zu den Gerüchten./he

(AWP)