Presse: Ex-Finanzminister soll neuer UniCredit-Verwaltungsratschef werden

Italiens Ex-Wirtschafts- und Finanzminister Fabrizio Saccomanni ist laut Medienangaben der Favorit im Rennen um die Nachfolge des seit 2012 amtierenden Unicredit-Verwaltungsratspräsidenten Giuseppe Vita, der nach Ende seines Mandats im Frühjahr 2018 nicht mehr im Sattel bleiben wird. Auf Saccomannis soll sich der Aufsichtsrat der Bank bereits geeinigt haben.
08.11.2017 11:23

Der 74-jährige Saccomanni hatte in der Regierung von Premier Enrico Letta vom April 2013 bis Februar 2014 als Wirtschaftsminister amtiert und hatte von 2006 bis 2013 den Posten des Generaldirektors der italienischen Notenbank bekleidet. Seine Kandidatur wird stark von Unicredit-Chef Jean-Pierre Mustier unterstützt, berichtete die Tageszeitung "La Stampa" am Mittwoch.

Saccomanni wird wohl nicht bis Ende von Vitas Mandat warten müssen, um in den Unicredit-Aufsichtsrat einzusteigen. Der gebürtige Römer soll im Aufsichtsrat den ehemaligen Vizepräsidenten Fabrizio Palenzona ersetzen, der den Verwaltungsrat verlassen werde, berichtete die italienische Tageszeitung weiter.

Bei einer am 4. Dezember geplanten Aktionärsversammlung will Unicredit ihre Governance-Reform vorstellen. Damit will sich das Geldhaus den Standards der besten europäischen Banken anpassen. Der Verwaltungsrat, der im kommenden Frühjahr erneuert wird, soll schlanker werden. Die Zahl der Mitglieder soll von 17 auf 15 schrumpfen. Statt drei Vize-Verwaltungsratspräsidenten soll es nur noch einen geben. Ein Drittel werden Frauen sein.

Die Mailänder Grossbank hat im März mit einer 13 Milliarden Euro schweren Finanzspritze ihr Kapitalloch gestopft. Es ist zugleich die grösste Kapitalerhöhung in Europa seit dem Jahr 2010. Die Bank ist die Konzernmutter der Bank Austria und der HypoVereinsbank./mit/stf/APA/das

(AWP)