Presse: Linde will 140 Stellen in Frankreich streichen

Der vor der Fusion mit dem US-Konkurrenten Praxair stehende Gase-Hersteller Linde will laut einem Zeitungsbericht in Frankreich fast jede fünfte Stelle streichen. Das Unternehmen plane, 140 von derzeit 744 Arbeitsplätzen in dem Land abzubauen, berichtete die französische Zeitung "Les Echos" (Montagausgabe). Demnach sollten sechs von zwölf französischen Standorten verkauft oder geschlossen werden. Dies habe Linde im Zuge des Konzernumbaus am 17. Mai angekündigt. Daraufhin sei es zu Streiks gekommen. Linde will die Gespräche mit den Gewerkschaften dem Bericht zufolge am 13. Juni beginnen. Der Rivale von Air Liquide hatte im vergangenen Jahr seinen Sparkurs verschärft.
29.05.2017 09:07

Linde will mit seinem US-Konkurrenten Praxair zusammengehen. Erst vor wenigen Tagen haben sich beide Unternehmen grundsätzlich über einen Geschäftszusammenschluss geeinigt. Allerdings müssen dieser Vereinbarung unter anderem noch die Praxair-Spitze sowie der Aufsichtsrat und Vorstand von Linde zustimmen. Die Unternehmen streben dabei einen "Zusammenschluss unter Gleichen" an. Kommt die Fusion mit Praxair zustande, so würde Linde wieder die Nummer eins in der Branche.

Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle will Linde mit dem US-Konkurrenten zum grössten Gasekonzern der Welt verschmelzen und so ein geschätztes Einsparpotenzial von einer Milliarde Euro erzielen. Praxair-Chef Steve Angel soll das neue Unternehmen dann aus den USA führen. Die Konzernholding soll in Irland angesiedelt werden. Das würde Steuern sparen, dürfte aber auch die Mitbestimmung schwächen. Die IG Metall kritisiert das Vorhaben scharf, auch Beschäftigte demonstrierten dagegen./mne/stw/stb

(AWP)