Presse: Lösung für deutsche Autobauer bei Streit um E-Auto-Quote in China

Der seit längerem schwelende Streit um eine Vorgabe für die Produktion von Elektroautos in China ist einem Pressebericht zufolge für die deutschen Autobauer glimpflich ausgegangen. "In der Frage der NEV-Kreditquote gibt es eine für die deutsche Automobilhersteller zufriedenstellende Lösung", zitierte die Wirtschaftswoche am Mittwoch die Deutsche Botschaft in Peking. Mit der NEV-Kreditquote ist ein bestimmter Anteil an elektrisch oder teilelektrisch betriebenen Fahrzeugen gemeint, die Hersteller auf dem chinesischen Markt bei ihren Neuzulassungen erreichen müssen. Ob die Einigung auch für andere ausländische Autobauer gilt, ist unklar.
19.07.2017 11:48

China hatte im vergangenen Jahr einen Entwurf für verbindliche Produktionsquoten für den Anteil von Elektroantrieben bei neuen Autos präsentiert. Eigentlich hatten die deutschen Autohersteller schon geglaubt, die Regeln auch mit Hilfe von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entschärft zu haben. Demnach sollten die Vorgaben ein Jahr später kommen und die harten Anforderungen zudem mit späteren Jahren zu verrechnen sein. Doch zuletzt sorgte ein überarbeiteter Verordnungsentwurf der chinesischen Beamten für Verwirrung - darin war von Erleichterungen keine Rede mehr.

Laut Information der Wirtschaftswoche könnte es nun eine Sonderbehandlung für die deutschen Autobauer geben. Die chinesische Regierung plant konkret, ein Punktesystem einzuführen: Ein gewisser Anteil der gebauten Autos eines Herstellers muss demnach elektrische Antriebe haben. Dabei zählen reine Elektroantriebe tendenziell mehr als Plug-in-Hybride, die mit einem Mix aus Verbrennungs- und Elektromotor fahren. Höhere Reichweiten der E-Autos sorgen ebenfalls für mehr Punkte. Schafft ein Hersteller die Vorgaben nicht, so müssen von anderen Autobauern Punkte gekauft werden./men/fbr

(AWP)