Presse: RWE ist an deutschen Uniper-Kraftwerken interessiert

RWE ist einem Bericht zufolge an den deutschen Kraftwerken von Uniper interessiert - sobald dieser von Fortum übernommen worden ist. Sollten die Finnen, für die vor allem das Auslandsgeschäft von Uniper interessant ist, sich von deren notleidender Stromproduktion in Deutschland trennen, stünde RWE als Käufer parat, berichtete das "Handelsblatt" (HB/Freitagausgabe) unter Berufung auf Kreise des Energiekonzerns.
20.10.2017 06:49

Deutschlands grösster Stromproduzent hatte der Zeitung zufolge schon eine Übernahme des gesamten Uniper-Konzerns ausgelotet, der im vergangenem Jahr von Eon abgespalten worden war. Allerdings haben die Beteiligungen Unipers an Kernkraftwerken in Schweden den Konzern abgeschreckt. RWE-Chef Rolf Martin Schmitz wollte sich nicht direkt zu Uniper äussern.

Er hatte aber zuletzt regelmässig betont, dass sein Unternehmen an der Übernahme von Gas- und Kohlekraftwerken interessiert ist. "Wir haben die Märkte, in denen wir aktiv sind, im Blick - und sind für Zukäufe zum Beispiel von bestehenden Assets offen", bekräftigte er jetzt. "Wenn sich Gelegenheiten ergeben, werden wir die nutzen."

Fortum weist Pläne für eine Zerschlagung von sich. "Wir sprechen mit niemandem über den Verkauf von Teilen von Uniper", sagte Konzernchef Pekka Lundmark dem "Handelsblatt". Fortum wolle ein "konstruktiver Partner" und "langfristiger Investor" sein.

Fortum will für Uniper ein Übernahmeangebot vorlegen. Das Angebot sieht eine Barzahlung im Gesamtwert von 22 Euro pro Aktie vor. Eon plant Anfang 2018, seinen Uniper-Anteil von knapp 47 Prozent den Finnen anzudienen. Der deutsche Energiekonzern kann das Aktienpaket aus steuerrechtlichen Gründen erst im kommenden Jahr verkaufen./zb/stw/jha/

(AWP)