Presse: Staatsanwalt prüft Reitzles Geschäfte mit Linde-Aktien

Linde -Aufsichtsratschef Wolfgang Reitzle droht kurz vor Abschluss der Fusionsverhandlungen mit dem US-Gasekonzern Praxair laut Presseberichten neuer Ärger. Nach monatelangen Untersuchungen wegen möglicher Insidergeschäfte bei Linde hat die Finanzmarktaufsicht Bafin laut "Handelsblatt" und "Spiegel" einen Sachstandsbericht an die Staatsanwaltschaft München geschickt.
05.04.2017 18:40

Es handle sich nicht um eine Anzeige, sagte Oberstaatsanwältin Hildegard Bäumler-Hösl dem "Handelsblatt" (Donnerstag). Die Staatsanwaltschaft werde den Bericht voraussichtlich bis Freitag prüfen und klären, wie sie weiter vorgehe. Es gebe derzeit kein Ermittlungsverfahren.

Reitzle hatte zwei Monate vor Bekanntgabe der Fusionsgespräche für knapp eine halbe Million Euro Linde-Aktien gekauft. Linde-Vorstandschef Aldo Belloni hatte im März gesagt, die Insider-Untersuchung der Bafin sei Reitzles Privatsache.

Reitzle will den Fusionsvertrag gegen den Widerstand der Arbeitnehmervertreter bei Linde noch vor der Hauptversammlung am 10. Mai durchsetzen. Er soll Aufsichtsratschef des neuen Konzerns werden.

Weder bei der Bafin, der Staatsanwaltschaft oder dem Unternehmen war am Mittwochabend eine Stellungnahme zu den Medienberichten zu erhalten./rol/DP/jha

(AWP)