Probleme im Atomgeschäft bremsen Ergebnis von Versorger EDF aus

Ein schwaches Atom- und Wasserkraftgeschäft in Frankreich sowie ein Preisverfall bei der britischen Kernenergie haben beim Versorger EDF für einen Ergebniseinbruch gesorgt. Das operative Ergebnis (Ebitda) sank im ersten Halbjahr um knapp 22 Prozent auf knapp 7 Milliarden Euro, wie der mehrheitlich in französischem Staatsbesitz befindliche Konzern am Freitag in Paris mitteilte.
28.07.2017 08:52

Das Nettoergebnis fiel dank eines Kapitalgewinns aus Beteiligungsverkäufen nicht ganz so stark - um knapp 4 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro. Rechnet man diesen und andere Sondereffekte jedoch heraus, verdiente EDF mit 1,4 Milliarden unter dem Strich mehr als die Hälfte weniger als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz sank um fast 3 Prozent auf 35,7 Milliarden Euro.

Das Unternehmen befindet sich gerade im Umbruch. Denn der Versorger leidet unter dem Strompreisverfall in Europa. Zudem ist EDF noch stark in der Kernenergie engagiert. Im vergangenen Jahr sorgten zeitweise Stilllegungen mehrerer Atomreaktoren dafür, dass der Konzern zwei Mal seine Gewinnprognose nach unten korrigieren musste. Wie andere Versorger auch, versucht EDF sich ein stärkeres Standbein in den Erneuerbaren Energien aufzubauen. So hat das Unternehmen in diesem Jahr das Windkraftunternehmen Futuren übernommen.

Auf die Probleme hat EDF zudem mit Stellenstreichungen und weniger Investitionen reagiert. Überdies will sich EDF im Zeitraum 2015 bis 2020 von Unternehmensteilen im Wert von mindestens 10 Milliarden Euro trennen. Bislang hat EDF 8 Milliarden davon erreicht. Um sich weiteren finanziellen Spielraum zu verschaffen, stemmte das Unternehmen in diesem Jahr eine Kapitalerhöhung von 4 Milliarden Euro. Die Nettoverschuldung sank so von 37,4 Milliarden per Ende Dezember auf nun 31,2 Milliarden Euro.

Die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) in Höhe von 13,7 bis 14,3 Milliarden Euro im Gesamtjahr 2017 bestätigte der Konzern. Das wäre ein weiterer Rückgang, nach einem Minus von 7 Prozent auf 16,4 Milliarden Euro im vergangenen Jahr. Für 2018 stellte EDF ein Ebitda von mindestens 15,2 Milliarden Euro in Aussicht./nas/das/fbr

(AWP)