Qiagen wie erwartet mit kräftigen Gewinnrückgang - Ausblick bestätigt

Der Gendiagnostik- und Biotech-Konzern Qiagen hat im vierten Quartal wie erwartet wegen Restrukturierungskosten deutlich weniger verdient. Bei den für den Finanzmarkt relevanten bereinigten Gewinnkennziffern schnitt Qiagen im Rahmen der Erwartungen der Analysten ab. Den Ausblick für das laufende Jahr bestätigte der Konzern.
01.02.2017 22:27

Der Gewinn brach im vierten Quartal um 83 Prozent auf 8,6 Millionen Dollar ein, wie der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Qiagen hatte den Umbau bereits Anfang November angekündigt. DEn Umsatz konnte Qiagen ausbauen, wenngleich die Erlöse wegen des starken US-Dollars nicht ganz so stark zulegten. Der Umsatz stieg im vierten Quartal um 5 Prozent auf 366,5 Millionen Dollar. Analysten hatten hier etwas mehr erwartet. Ohne Währungseffekte hätte der Zuwachs 8 Prozent betragen, was der Zielmarke von Qiagen entspricht. Dabei legte das Unternehmen organisch um fünf Prozent zu, während der Rest auf Zukäufe zurück ging.

Besonders gut lief es in den Regionen Europa und Asien/Japan, wo Qiagen währungsbereinigt zweistellig wachsen konnte. In den USA, wo rund 45 Prozent des Umsatzes erzielt werden, legte der Konzern um 5 Prozent zu. Die Sparte "Consumables", in der unter anderem Verbrauchsgüter für Laborgeräte für die Genanalyse oder Labortest eingeordnet sind, legte währungsbereinigt um 8 Prozent zu. Hier macht Qiagen 86 Prozent seines Umsatzes. Bei den "Instruments" (Laborgeräte) wuchsen die Erlöse um 6 Prozent. Ein Treiber war im abgelaufenen Quartal der Tuberkulose-Test Quantiferon, der im letzten Jahresviertel um 25 Prozent zulegte und gut 10 Prozent des Jahresumsatzes 2016 einfuhr.

Beim bereinigten operativen Gewinn legte Qiagen um 21 Prozent auf 112,7 Millionen US-Dollar zu. Den ebenfalls bereinigten Gewinn je Aktie, an dem sich auch die Jahresprognose orientiert, steigerte der Konzern von 32 US-Cent auf 39 Cent. Für 2017 soll das Nettoumsatzwachstum bei 6 bis 7 Prozent liegen. Beim bereinigten EPS werden 1,25 bis 1,27 Dollar angepeilt.

Beim Umbau will Qiagen einen Standort in den USA schliessen und an einem schweizerischen Standort vor dessen Schliessung einzelne Aktivitäten ausgliedern. Es werden Stellen abgebaut. Marketing und Vertrieb sollen zum Teil neu ausgerichtet werden.

Beim geplanten Markteintritt des neuen Lesegerät GeneReader in den USA laufe alles nach Plan. Im ersten Quartal werde das der Fall sein, hiess es in der Mitteilung. Patentstreitigkeiten hatten zuletzt eine Vermarktung in den USA blockiert. Mit dem Austausch bestimmter chemischer Gruppen wird dieses Problem dem Unternehmen zufolge gelöst./stk/he

(AWP)