Raiffeisen Schweiz und Avaloq beenden ihr Joint Venture

Die Raiffeisen-Gruppe und der Bankensoftwareanbieter Avaloq beenden per Anfang 2019 ihr Joint Venture Arizon. Die bisherige Zusammenarbeit werde in ein reines Kunden-Lieferanten-Verhältnis übergeführt, heisst es am Freitag in einer Mitteilung von Raiffeisen. Avaloq wird die 51-Prozent-Beteiligung, die Raiffeisen am Gemeinschaftsunternehmen Arizon hielt, übernehmen. Zudem verkauft Raiffeisen ihre 10%-Beteiligung an der Avaloq Gruppe.
17.11.2017 08:27

Über die Höhe des Transaktionspreises macht Raiffeisen keine Angaben gemacht. Die Bankengruppe spricht aber von einer Stärkung ihrer Eigenmittelbasis. Der Entscheid zum Verkauf der Beteiligungen sei ein Bekenntnis zur Etablierung eines reinen Kunden-Lieferanten-Verhältnisses mit Fokus auf die operative Kooperation und nicht auf finanzielle Beteiligungen, heisst es in der Medienmitteilung von Raiffeisen weiter.

Das Joint Venture Arizon wurde Ende 2014 mit dem Ziel gegründet, eine Bankenplattform zu entwickeln und zu betreiben sowie Abwicklungsservices für die Raiffeisen Gruppe zu erbringen. Weil die neue Plattform nun vor ihrer Einführung stehe, gebe es keine strategische Notwendigkeit mehr für finanzielle Beteiligungen am Gemeinschaftsunternehmen, schreibt Raiffeisen. Arizon wird ab 1. Januar 2019 zu einer 100%-Tochter der Avaloq-Gruppe. Die Stellen blieben dabei allesamt erhalten, heisst es von Seiten Raiffeisen.

Für den Betrieb und die Weiterentwicklung der Bankenplattform sowie für die Erbringung von Abwicklungsdienstleistungen wird Raiffeisen Schweiz einen Service-Vertrag mit Arizon abschliessen. Dieser wird bis Ende 2024 gültig sein.

VERKAUF DER BETEILIGUNG AN AVALOQ

Im Zuge der Neuordnung der Zusammenarbeit von Raiffeisen mit Avaloq verkauft die Bankengruppe auch ihre 10%-Beteiligung an Avaloq. Daraus erzielt Raiffeisen nach eigenen Angaben einen Gewinn. Käuferin ist Warburg Pincus. Das Private-Equity-Haus hält damit 45% der Aktien von Avaloq. Unverändert bleibt aber die Mehrheit der Aktien in den Händen der Avaloq-Mitarbeiter, des Managements und von Avaloq-Chef Francisco Fernandez, wie es in der Medienmitteilung heisst.

jr/cp

(AWP)