Raiffeisen steigert Gewinn im ersten Halbjahr - IT-Umbau beeinflusst Ergebnis

(Meldung durchgehend ergänzt) - Die Raiffeisen-Bankengruppe hat im ersten Halbjahr 2017 die Gewinnzahlen deutlich gesteigert. Zum Ergebnis hätten alle Ertragspositionen beigetragen, teilte die Gruppe am Mittwoch mit. Während Raiffeisen im Zinsengeschäft moderat zulegen konnte, wurden sowohl die Erträge wie auch die Kosten allerdings von der Einführung der neuen Kernbankensysteme beeinflusst.
16.08.2017 07:28

Der Geschäftserfolg, der das operative Ergebnis widerspiegelt, stieg in den ersten sechs Monaten um 15% auf 532 Mio CHF, wie dem am Mittwoch publizierten Halbjahresabschluss zu entnehmen ist. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn um über 18% auf 434 Mio CHF, womit er erstmals mehr als 400 Mio CHF betrug.

ZINSENGESCHÄFT WÄCHST UM 1%

Der Geschäftsertrag erhöhte sich im Vorjahresvergleich um 7% auf 1,63 Mrd CHF. Im wichtigsten Geschäft, dem Zinsengeschäft, nahm der Nettoerfolg dabei bei einem weiteren Wachstum der Ausleihungen um 1,0% auf 1,12 Mrd CHF zu. Im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft erhöhte sich der Erfolg um 2,3% auf 246,2 Mio CHF und im Handelsgeschäft gar um 24,1% auf 116,1 Mio CHF.

Eine deutliche Zunahme verzeichnet zudem der übrige ordentliche Erfolg, der um 85% auf 145,2 Mio CHF kletterte. Der Hauptgrund dürfte in der Aktivierung der Kosten für IT-Projekte liegen. Erst mit Einführung der Kernbankensysteme würden die aufgelaufenen Projektkosten in Form von Abschreibungen erfolgswirksam, heisst es. Wegen der Informatikprojekte erhöhte sich auch der Geschäftsaufwand mit einem Plus von 7,0% auf 1,01 Mrd CHF deutlich.

WACHSENDES HYPOTHEKENVOLUMEN

Weiterhin konnte die Raiffeisen das Geschäftsvolumen ausweiten, auch wenn das Wachstum etwas unter dem Vorjahr ausfiel. Die Ausleihungen erhöhten sich insgesamt um 2,1% auf 177,0 Mrd CHF, wobei das Hypothekargeschäft mit einem Plus von 2,0% wuchs. Die Kundeneinlagen stiegen derweil um 1,8% auf 161,0 Mrd CHF an. Die gesamten Kundenvermögen betrugen 206,5 Mrd (+1,8%).

Eine "solide Entwicklung" habe Notenstein La Roche erlebt, heisst es weiter: Der Umbau der Privatbank trage Früchte. Die Ertragskraft sei gesteigert und der Geschäftsaufwand gesenkt worden. Neben der Produktivitätssteigerung soll in den kommenden Monaten verstärkt auf die Entwicklung der verwalteten Vermögen gesetzt werden. Per 30. Juni 2017 betrugen diese 19,4 Mrd CHF.

NEUE KAPITALANFORDERUNGEN

Die im Juni vom Bundesrat festgelegten Anforderungen für inländische systemrelevante Banken (Total-Loss-Absorbing-Capacity TLAC) werde Raiffeisen ohne Zusatzmassnahmen erfüllen können, heisst es weiter. Die zusätzlichen Eigenmittel-Anforderungen müssen ab 2025 erfüllt werden. Die TLAC-Anforderung an die Leverage-Ratio (ungewichtete Kapitalanforderung) würden bereits heute mit 6,8% übertroffen, betont die Bankengruppe.

Für das Gesamtjahr rechnet Raiffeisen mit einem Jahresergebnis, das über dem Vorjahresgewinn liegen werde. Das herausfordernde Tiefzinsumfeld dürfte sich aber in der Schweiz nicht so schnell ändern und der Druck auf die Zinsmarge werde anhalten, heisst es gleichzeitig. Voraussetzung sei zudem, dass in den nächsten sechs Monaten keine grösseren politischen oder wirtschaftlichen Schocks auftreten würden.

Das Projekt zur Einführung des neuen Kernbankensystems bei den Raiffeisenbanken befindet sich laut der Mitteilung "auf der Zielgeraden". Weiterhin sehe der Projektplan vor, dass die ersten Banken ab Januar 2018 mit der neuen IT-Plattform arbeiten würden.

tp/cf

(AWP)