Ratingagentur Fitch fordert Korrekturen bei CS-Risikokontrolle

Die Ratingagentur Fitch fordert von der Credit Suisse die Stärkung ihrer Risikoüberwachung. Sollte die Grossbank es versäumen, die Schwächen in der Risikokontrolle zu beheben, könnte das derzeitige Rating unter Druck geraten, teilte Fitch am Donnerstag in einer Reaktion auf die Mitte Woche bekanntgewordenen Strafzahlungen wegen des Mosambik-Falls.
21.10.2021 17:05

Die Prozesse bei der Vergabe der Mosambik-Kredite im Jahr 2013 zeigten ein Fehlen eines gruppenweiten Risikobewusstseins, hiess es in der Fitch-Mitteilung. 2016 habe die Bank dann auch bei einer Umstrukturierung der Schulden ein ähnliches Fehlen einer gruppenweiten Koordination gezeigt. Fitch hatte zuletzt Ende September das Schuldnerrating "A-" für die Credit Suisse bestätigt, dies allerdings mit dem Ausblick "Negativ".

Die Einigung mit den Aufsichtsbehörden in den USA, Grossbritannien und der Schweiz und die vereinbarten Strafzahlungen wegen dem Mosambik-Fall könnten auch Unterstützung für weitere zivilrechtliche Klagen bieten, befürchtet Fitch in der Mitteilung weiter. Mehrere involvierte Parteien, darunter die Regierung von Mosambik, hätten bereits Klagen gegen die CS eingereicht, erinnert die Ratingagentur.

Die CS habe im zweiten Quartal im Nachgang zu den hohen Verlusten mit dem Hedgefonds Archegos begonnen, ihre Schwächen anzugehen. Die Ankunft des neu ernannten "Chief Risk Officer" werde zu einer weiteren Überprüfung der Risikokontrolle und einer klaren Stärkung des Risikomanagements führen, glaubt Fitch. Die CS hatte im Sommer den früheren Goldman Sachs-Manager David Wildermuth zum neuen CRO ernannt - er soll seine Funktion im Februar 2022 antreten.

tp/jb

(AWP)