Ratingagenturen sehen Rückversicherungsprämien 2017 unter Druck

London (awp/sda/reu) - Die Rückversicherer bleiben Branchenexperten zufolge auch 2017 unter Druck. Die Prämien dürften auch im kommenden Jahr sinken, erwarten die Ratingagenturen Fitch und Standard & Poor's.
06.09.2016 18:15

"Der weiche Rückversicherungsmarkt ist ein bisschen tiefer und länger als viele Leute vor ein paar Jahren geglaubt haben", sagte Dennis Sugrue von Standard & Poor's (S&P) am Dienstag in London. "Eine Erholung ist nicht in Sicht."

Er gehe davon aus, dass die Prämien 2017 um bis zu fünf Prozent zurückgehen werden. Schon für das laufende Jahr erwartet S&P ein Minus von fünf Prozent. Martyn Street vom Konkurrenten Fitch sprach mit Blick auf 2017 von einem "niedrigen einstelligen" Rückgang der Preise. Das werde für eine bedeutende Zahl von Rückversicherern niedrigere Gewinne bedeuten.

Die Branche leidet seit Jahren unter einer Preiserosion. Zum einen drängt neue Konkurrenz in den Markt: Hedgefonds und andere finanzkräftige Kapitalgeber, die sich im Niedrigzinsumfeld mit niedrigeren Renditen zufriedengeben als die auf ihr Risiko bedachten Rückversicherer. Zum anderen gab es länger keine für die Branche kostspieligen Naturkatastrophen mehr, so dass viele Erstversicherer glauben, mehr Risiko selbst tragen zu können.

Die Rückversicherer, Makler und ihre Kunden kommen am Wochenende in Monte Carlo zu ihrem Branchentreffen zusammen. Dort werden auch die Vertragsabschlüsse für die Erneuerungsrunde zum Jahreswechsel vorbesprochen.

mk

(AWP)