Reallöhne in Deutschland im ersten Quartal nur unterdurchschnittlich gestiegen

Trotz anziehender Verbraucherpreise haben viele Arbeitnehmer in Deutschland unter dem Strich mehr im Geldbeutel - das Plus fiel zuletzt aber mässig aus. Im ersten Quartal 2017 stiegen die Reallöhne der Beschäftigten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum im Schnitt um 0,6 Prozent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Der Zuwachs fiel damit erstmals seit dem vierten Quartal im Jahr 2013 wieder unter die Marke von einem Prozent.
23.06.2017 09:47

Grund für das eher geringe Reallohnplus ist die wieder anziehende Teuerung, die zum Jahresstart in der Bundesrepublik um 1,9 Prozent und damit so stark wie seit 2012 nicht anstieg. Von dem leicht überdurchschnittlichen Zuwachs von 2,6 Prozent bei den Nominallöhnen - also ohne Einbeziehung des veränderten Preisniveaus - profitierten die Beschäftigten nicht so sehr wie noch in den Vorquartalen. Dennoch haben sie bereits das 13. Quartal in Serie unter dem Strich mehr im Geldbeutel. Das kann sich positiv auf den privaten Konsum auswirken.

Dass der gesetzliche Mindestlohn zum 1. Januar von 8,50 Euro auf 8,84 Euro angehoben wurde, machte sich in den Zahlen nicht offensichtlich bemerkbar, wie die Behörde erklärte. Besonders starke Steigerungen beim Nominallohn konnten Arbeitnehmer in leitender Position (3,7 Prozent) verbuchen. Als Hauptursache dafür werden weit überdurchschnittlich gestiegene Sonderzahlungen genannt./pre/DP/fbr

(AWP)