Repower-Aktionäre schlagen Pierin Vincenz als VRP vor

(Ergänzung vor allem um Angaben zur neuen Zusammensetzung des Verwaltungsrates)
17.06.2016 11:15

Poschiavo GR (awp/sda) - Der frühere Raiffeisen-Chef Pierin Vincenz soll Verwaltungsratspräsident des Bündner Energiekonzerns Repower werden. Damit dies möglich ist, muss er aber zuerst als normaler Verwaltungsrat gewählt werden. Vincenz wird sich daher an der ausserordentlichen Generalversammlung von Repower am 21. Juni den Aktionären als Verwaltungsrat zur Wahl stellen. Dies geht aus einer Mitteilung des Energiekonzerns vom Freitag hervor.

"Vorbehältlich der Wahl an der ausserordentlichen Generalversammlung sehen die designierten Verwaltungsratsmitglieder vor, Dr. Pierin Vincenz zum Präsidenten zu wählen", heisst es.

Die vier künftigen Hauptaktionäre hätten die Wahl Vincenz' - zusätzlich zu den bereits nominierten Kandidaten - vorgeschlagen, heisst es in der Mitteilung. Zu den vier Hauptaktionären zählen neben den bisherigen, dem Kanton Graubünden und dem Stromkonzern Axpo, künftig auch die Elektrizitätswerke des Kantons Zürich (EKZ) und der Anlagefonds UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland (UBS-CEIS).

Vincenz ist bereits Verwaltungsratspräsident der Helvetia Versicherungen. Zudem sitzt er unter anderem im Verwaltungsrat der auf strukturierte Anlageprodukte spezialisierten Firma Leonteq.

Die vier künftigen Hauptaktionären hätten den Bankfachmann vorgeschlagen, weil er einen Verwaltungsrat kompetent führen könne, sagt Repower-Chef Kurt Bobst auf Anfrage.

NEU ZUSAMMENGESETZTER VERWALTUNGSRAT

Anlässlich der Bekanntgabe der Kapitalerhöhung teilte Repower mit, dass der Verwaltungsrat von heute acht auf maximal sieben Mitglieder verkleinert und gemäss der neuen Beteiligungsstruktur und der veränderten strategisch Ausrichtung neu zusammengesetzt werden soll. Von den bisherigen Verwaltungsräten verzichten fünf auf die Wiederwahl. Zu den drei bisherigen werden zusätzlich zu Vincenz drei neue Mitglieder vorgeschlagen, die die neuen Aktionäre vertreten.

Die EKZ wird mit Konzernchef Urs Rengel und Finanzchef Peter Eugster Einsitz in den Verwaltungsrat nehmen. Für UBS-CEIS wird Roland Leuenberger vorgeschlagen. Der neue Verwaltungsrat wird sich damit aus je zwei Vertretern des Kantons Graubünden und der EKZ sowie jeweils einem Axpo- und UBS-CEIS- Vertreter zusammensetzen. Vincenz dagegen gilt als unabhängiges Verwaltungsratsmitglied. Ihm fällt die Aufgabe zu, die Interessen der Publikumsaktionäre zu vertreten.

Repower hat Ende Mai bekannt gegeben, dass das EKZ und UBS-CEIS als neue Aktionäre beim Energieunternehmen einsteigen werden. Beide Investoren wollen sich mit zusammen 150 Mio CHF an einer Kapitalerhöhung beteiligen. EKZ und UBS-CEIS werden damit künftig Anteile zwischen 26-30% respektive 17-20% an Repower halten. Die Anteile der zwei bisherigen Grossaktionäre - Kanton Graubünden und Axpo - sinken entsprechend auf 20-24% respektive 12-14%.

(AWP)