Rhön-Klinikum verdient weniger - Erstattungslage belastet

(Ausführliche Fassung)
04.11.2016 09:49

BAD NEUSTADT (awp international) - Den Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum haben im dritten Quartal niedrige Krankenkassen-Erstattungen belastet. Zwar erhöhte sich der Umsatz dank steigender Patientenzahlen, der Gewinn ging jedoch zurück. Vorstandschef Martin Siebert setzt auf Neubau- und Modernisierungsprojekte sowie auf die Digitalisierung der Medizin, um die Firma für die Zukunft zu stärken. Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte das Unternehmen, das 11 Kliniken, darunter das Uniklinikum Giessen und Marburg betreibt.

Von Juli bis September legten die Erlöse um 6,5 Prozent auf 294,7 Millionen Euro zu, wie die MDax -Gesellschaft am Freitag mitteilte. Der operative Gewinn (Ebit) brach um 28,6 Prozent auf 13,2 Millionen Euro ein. Der auf die Rhön-Aktionäre entfallende Nettogewinn sank um 22,6 Prozent auf 12,3 Millionen Euro. Die Erstattungen der Krankenkassen stiegen nach Angaben des Klinikbetreibers nicht so sehr wie die Kosten. Die regulatorischen Hemmnisse verdichteten sich, heisst es in dem Zwischenbericht. Rhön-Aktien gaben am Vormittag 1,42 Prozent an Wert ab.

Die Prognose für das Gesamtjahr bestätigte Rhön jedoch. Der Umsatz soll weiter zwischen 1,17 und 1,20 Milliarden Euro liegen, im Vorjahr waren es 1,1 Milliarden. Beim Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erwartet der Klinikbetreiber 155 bis 165 Millionen Euro, nach 154,2 Millionen Euro im Vorjahr.

Rhön-Klinikum will in ländlichen Regionen eine flächendeckende medizinische und pflegerische Vollversorgung bieten. Stationäre und ambulante Leistungen sollen eng miteinander verzahnt werden. Dafür wird zum Beispiel in Bad Neustadt gebaut. Ausserdem setzt das Unternehmen auf die Digitalisierung in der Medizin, bei der es unter anderem um die Verarbeitung von Patientendaten und deren Interpretation geht./nmu/jha/fbr

(AWP)