Richemont-Aktie rückt dank guter Wachstumszahlen vor

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont rücken zu Beginn der neuen Woche deutlicher als der Gesamtmarkt vor. Richemont ist in den ersten fünf Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 kräftig gewachsen und hat sowohl organisch als auch mit den Übernahmen von Yoox Net-a-Porter und Watchfinder die Vorgaben der Analysten übertroffen. Besonders gut läuft nach wie vor das Geschäft mit Schmuck.
10.09.2018 10:07

Bis um 09.30 Uhr ziehen die Richemont-Titel um 1,3 Prozent auf 83,20 Franken an, hingegen rücken Swatch Inhaber nur um 0,3 Prozent vor. Nach dem Kursrückgang der vergangenen Tage, können sich Richemont nun etwas erholen. Der Gesamtmarkt gewinnt gemessen am SMI zum Berichtszeitpunkt 0,21 Prozent.

Richemont hat in den Monaten April bis August organisch mit 10 Prozent stärker als von Analysten erwartet zugelegt und das Wachstum verglichen mit dem Gesamtjahr 2017/18 (+8% in LW) noch beschleunigt. Dabei habe sich das Schmuckgeschäft mit einem erneut zweistelligen Wachstum sehr gut entwickelt, während die Uhrenverkäufe enttäuschend ausgefallen seien, Heisst es im Bericht der Bank Vontobel.

Auch bei der ZKB wird auf den guten Produktmix und das gut laufende Schmucksegment mit den höheren Margen verwiesen. Dabei habe es sich Richemont sogar leisten können, im Grosshandelsgeschäft mit Uhren auf die Bremse zu treten. Die Marken legen seit einigen Jahren den Fokus auf den Verkauf ihrer Produkten in den eigenen Boutiquen.

Helen Brand von der UBS Investmentbank macht denn auch das überzeugende Retailgeschäft für die starke Umsatzentwicklung verantwortlich. Und Louise Singlehurst von Goldman Sachs verweist nebst dem einmal mehr starken Abschneiden im Schmuckgeschäft auch auf das zweistellige Wachstum in Hongkong, Korea und Macau.

Händlern zufolge litten die Valoren von Richemont im Vorfeld des Zwischenberichts unter einem grundsätzlich schwachen europäischen Luxusgütersektor. Wie es weiter heisst, sei das Geschehen von der Angst vor einer Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China überschattet worden. China gilt als Schlüsselmarkt für den Genfer Luxusgüterhersteller.

Die Wahl von Jérôme Lambert zum neuen Konzernchef stellt für ZKB-Analyst Patrik Schwendimann keine Überraschung dar. Er werde den verwaisten CEO-Posten als erster unter den weiteren gleichgestellten Geschäftsleitungsmitgliedern übernehmen. Vontobel-Experte René Weber begrüsst die Nominierung, womit die Führung der Gruppe nun klarer strukturiert sei.

mk/ys

(AWP)