Richemont-Aktien erholen sich - Buccellati-Kauf hat kaum Einfluss

Die Aktien des Luxusgüterkonzerns Richemont sind am Freitag mit festeren Notierungen in den Handel gestartet. Damit erholen sich die Titel von den zuletzt erlittenen Kursverlusten. Die Übernahme des italienischen Juweliers Buccellati ist Händlern zufolge für die Entwicklung an der Börse kaum von Relevanz.
27.09.2019 09:49

Bis um 09.30 Uhr klettern Richemont um 1,4 Prozent auf 73,28 Franken. Das ist aktuell der prozentual grösste Anstieg unter den Blue Chips. Zu den Gewinnern zählen auch die Papiere des Konkurrenten Swatch, die um 0,5 Prozent zulegen. Der Gesamtmarkt steigt derweil gemessen am SMI um 0,33 Prozent.

Die Luxusgütertitel haben in der laufenden Woche - von Konjunktursorgen und anhaltenden Unsicherheiten um den Zollstreit zwischen den USA und China belastet - an Wert eingebüsst. So liegt die Richemont-Aktie derzeit mit gut 2 Prozent unter dem Schlusskurs vom letzten Freitag. Bei Swatch ist das Wochenminus mit weniger als 1 Prozent im Vergleich etwas moderater.

Die am Berichtstag von Richemont bekanntgegebene Übernahme des Edeljuweliers Buccellati sei von "überschaubarer" Grösse und für die Aktienkursentwicklung als "neutral" einzustufen, hiess es in einem Händlerkommentar. Die Italiener wechseln vom chinesischen Mischkonzern Gangtai Group zu Richemont. Die Chinesen kamen im Jahr 2017 in den Besitz von Buccellati, die damals einen Umsatz von rund 50 Millionen Euro erwirtschaftet hatte.

Bei der ZKB schätzt Analyst Patrik Schwendimann den Preis, den Richemont für Buccellati bezahlt, auf 200 bis 300 Millionen Euro. Dies könne Richemont problemlos aus der Portokasse bezahlen. Der im Vergleich mit Cartier und Van Cleef & Arpels noch sehr kleinen italienischen Schmuckmarke böten sich im Richemont-Verbund gute Wachstumschancen. Allerdings dürfte Buccellati eine unterdurchschnittliche Profitabilität ausweisen, und die Zahlen von Richemont etwas verwässern.

mk/ys

(AWP)